Keine neutrale Zone

Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, zerstreut. (Lukas 11,23)

Hier lässt Jesus keinen Raum zwischen dem Reich Gottes und dem der Dämonen. Es gibt keine „neutrale Zone“, wo wir Menschen uns befinden und unsere Geschäfte treiben- um dann je nachdem eine Seite zu wählen, die uns besser gefällt oder auch nicht. Als Menschen sind wir auf Erden von vornherein ins Reich des Teufels geboren, in die gefallene Welt, die von den Dämonen übernommen wurde, als Adam sie an die Schlange „verkaufte“.

An diesem Punkt haben die Menschen keine Wahl – ob sie das nun ungerecht finden oder nicht. Für den „Fürsten dieser Welt“ sind wir „Beute“ und werden von Anfang an indoktriniert, nach den Regeln der Welt zu spielen und uns gerne ausbeuten zu lassen.

Ja, Jesus hat die Welt überwunden, er hat als das Lamm Gottes ihre Sünden auf sich genommen, er hat den Teufel am Kreuz entmachtet, aber diese Tatsachen werden streng geheim gehalten und das „Game of Thrones“ weitergespielt wie eh und je – und die große Mehrheit macht mit.

Nun besteht die Mission der Gemeinde unter anderem darin, die Welt über die Veränderung der Machtverhältnisse aufzuklären. Aber wie wenig bewusst ihr diese Aufgabe ist! Sie produziert keine „mächtigen Missionare“, die in der Lage sind, den Dämonen entgegenzutreten und ihre „Beute“ wegzunehmen, sondern Kirchen-Agenten, die das Reich der institutionellen Kirche voranbringen mit Hierarchie und Bürokratie, Mitgliedern und Besuchern, die weitgehend nichts von dem Konflikt der himmlischen und irdischen Reiche wissen – und welche Rolle sie darin spielen.

Jesus sagt, wer nicht (bewusst, entschlossen, aktiv) mit ihm ist, ist jedenfalls gegen ihn, denn er ist Teil der Finsternis, die das Licht nicht ertragen kann. Jedenfalls nicht das Sonnen-Licht der Wahrheit. Sie leben im künstliches Ersatzlicht der Welt – wie bei Neonlicht.

Es ist eine erstaunliche Erfahrung, wie selbst gebildete Menschen nervös werden, wenn die Rede auf Jesus kommt. Etwas in ihnen reagiert spontan und instinktiv mit Abwehr. Wird das Thema nicht gewechselt, werden sie aggressiv oder laufen weg. Warum sie so unhöflich sind, ist ihnen selbst schleierhaft. Möglicherweise setzen sie gar ein extrem hässliches Gesicht auf, ballen die Fäuste und bauen enorme Körperspannung auf – ohne etwas davon zu merken. Die Dämonen lassen grüßen.        

Jesus sagt, wer nicht mit ihm sammelt, der zerstreut. Auch hier gibt es kein Dazwischen. Entweder wir entschließen uns zum Sammeln, oder aber wir bleiben Zerstreuer. Das spricht auf die Wirkung des Friedens Gottes, des „Schalom“ an, der immer versöhnt, sammelt und verbindet, im Gegensatz zu der Agenda des Bösen, immer alles auseinanderzudividieren, zu polarisieren und gegeneinander auszuspielen. Auch das ist ein Symptom, an dem wir erkennen können, wes Geistes Kind ein Mensch ist.

In der Gesellschaft mancher Leute und von ihrem „kritischen“ Reden wird alles demontiert, zerrissen, und zerlegt. Sie lassen kein gutes Haar an gar nichts. Von Integrität keine Spur. Es ist schwer zu ertragen. Sie drehen einem das Wort im Munde herum und unterstellen einem die übelsten (unreinen) Motive. Bei anderen Menschen läuft es umgekehrt: ihre Worte sind inspirierend, verbindend, ausgewogen und heilsam. Ihr Haus ist stabil und hält auch Krisen stand.     

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