Das Geheimnis der Einheit

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Ich las die Tage folgende Bibelstelle:

„Und die Herrlichkeit, die Du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, daß sie eins seien, wie wir eins sind…“ (Jesus in Joh. 17,22)

Da fiel mir auf, wie konstituierend doch das Element der Herrlichkeit für die Einheit ist!

Überall wird versucht, Einheit jenseits von Herrlichkeit auf der Basis von Abkommen, Verpflichtung und Verordnung zu erzielen – auch in den Gemeinden. Es wird gestritten über Theologie und Bibelverständnis, so, als hätten wir erst dann Einheit, wenn wir alle alles gleich verstehen, gleich glauben und gleich bekennen. Diese formale und uniforme Gleichheit wird nie eintreten…sie ist auch kein Kennzeichen von Reife, die Unterschiedlichkeit aushalten und integrieren kann, anstatt sie zu bekämpfen und auszugrenzen.

Wenn wir das Leben, die Welt, unser Christsein und eben auch einander nicht durch die Brille der Herrlichkeit sehen, wie sehen wir das dann alles ? Wie sehen wir die Gemeinde ohne Herrlichkeit an? Wie betrachten wir uns selbst ohne Herrlichkeit? Wie erkennen wir den anderen ohne Herrlichkeit? Sehen wir dann nicht alles nur im „Fleisch“? Wie sollte Einheit im Fleisch möglich sein? Nur mit Gewalt! Nur aufgesetzt und geheuchelt, nur mit Druck und Kontrolle. Diese Pseudo-Einheit hat Jesus unentwegt als widergöttlich angeprangert.

Gerade als Deutsche sind wir scheinbar sehr versucht, Einheit durch Rechthaben zu erzielen, eine furchtbar untaugliche und verletzende Methode!

Jesus gibt uns die Herrlichkeit Gottes, dann sind wir nicht mehr getrennt durch all die fleischliche Ohnmacht, Konkurrenz, Neid, Eifersucht, usw., siehe Galater 5.19-21, die „Frucht des Fleisches“, die so unübersehbar überall das Heft in der Hand hält, sondern dann sind wir „herrliche Menschen“, satt und reich in IHM – befreit und befähigt, wieder unter einem Vater geeinte Kinder zu sein.

Die Herrlichkeit darf für uns nicht nur ein Abstraktum sein, lediglich ein Predigtthema, sie war es auch nicht für Jesus. Er lebte in der REALITÄT der Herrlichkeit, nicht nur in klugem Wissen darüber oder einem Verweis auf den Himmel. Ganz so sieht es auch in der Apostelgeschichte aus. An diesem Punkt müßen wir seeeehr aufpassen, uns nicht mit rein geistigen und theologischen Reden aus der Erfahrung der Herrlichkeit raushalten zu lassen… und damit auch nie in die Erfahrung der Einheit von APG 4,32 zu gelangen: „Die Menge derer aber, die gläubig geworden, war ein Herz und eine Seele…“

Ich bin überzeugt davon: Weder theologisches Wissen, noch fromme Apelle werden uns je auch nur einen Deut weit in wahre Herzenseinheit bringen, es wird die Manifestation der Herrlichkeit Gottes sein, die es bewirkt. Sie wird uns einen solchen Glauben, eine solche Hoffnung und Liebe ermöglichen, daß wir unser Fleisch (Ego) und die Welt und den Teufel überwinden und einander tatsächlich mit anderen Augen ansehen werden, als zuvor…herrlich eben.

„Einheit ist kein Problem, das gelöst werden muß, sondern ein Geheimnis, das gelebt werden will.“

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