Verschworene Männer

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Ursprünglich wurde die Gemeinde aus einer Bruderschaft geboren, den 12 Jüngern, die Jesus um sich geschart hatte, „damit sie bei ihm seien und damit er sie sende, zu evangelisieren und Vollmacht zu haben, die Dämonen auszutreiben.“ (Markus 3.14)

Jesus befand sich nicht auf einer „Freizeit“ sondern auf einer „Mission“. Es ging um nichts weniger als die Rettung der Welt. Hierzu bildete er aber keinen Hörsaal mit jahrelangem abstrakten Frontalunterricht, sondern nahm die Jünger in seiner Mission mit und führte sie live durch „Himmel und Hölle“. Er führte sie an ihre absoluten Grenzen- und darüber hinaus. Diese Männer waren so intensiv dabei und so direkt beteiligt, daß sie ganz ohne theologische Ausbildung in Rhetorik und Exegese in der Lage waren, das Evangelium in eben jener Vollmacht zu verkündigen, wie Jesus es bestimmt hatte und die Dämonen es fürchteten. Jesus verwandelte diese Männer in Jünger und nicht in Besucher. In „Männer mit einer Mission“ und nicht „Konsumenten mit einer Religion“.

Man konnte Jesus nicht „besuchen“ – etwa Sonntag Vormittag. Man folgte ihm mit Haut und Haar und vollem Risiko – oder man blieb zu Hause. Die Bedingungen der Nachfolge, wie sie Jesus stellt, sind unbequem und beispiellos.

Diese Verbindung aus direktem Kontakt mit Jesus (Berührung) und Sendung in eine Mission (Bestimmung) ist für Männer sehr attraktiv.

In der modernen Kirche, die Institutionen errichtet und nicht verschworene Gemeinschaften bildet, fehlt Beides und so ist sie für Männer auch nicht attraktiv. Sonntags drei Lieder singen, einen Vortrag hören und noch einen Kaffee trinken – das ist nicht Gemeinde, die so wie Jesus ist, sondern dies ist die durch Jahrhunderte kunstvoll domestizierte Form von „Christsein ohne Christus“ bzw. einem „Sonntagschristentum“, in dem es um alles andere, aber nicht um risikoreiche Nachfolge, Grenzerfahrungen oder gar um die Vollmacht, Dämonen auszutreiben, geht…oder eben darum, Männer von religiösen Konsumenten in missionarische Jünger zu verwandeln.

Männer sind handlungsorientiert. Wo ist die Gruppe, die Bruderschaft, in der es angesagt ist, gemeinsam zu kämpfen und etwas zu erreichen? Ein Gemeindetum, in dem es in erster Linie ums Sitzen in Kirchenbänken geht und darum, den Staus Quo zu erhalten, ist unmännlich. Und Männer überlassen dies dann ganz gerne den Frauen. Eigentlich sind sie nicht desinteressiert an Gott – und Gott ist umgekehrt auch an ihnen nicht desinteressiert – aber die Struktur der gewachsenen Verwaltungs-Kirche ist weit davon entfernt, männergemäß oder gar gottgemäß zu sein. Sowohl die Männer als auch Gott sollen sich dort bitteschön den kirchlichen Gepflogenheiten und Vorgaben anpassen und still sitzen! Auf diese Weise vermittelt sie Männern weder Vollmacht noch Bedeutung und also ist sie langweilig und für das reale Leben irrelevant.

Eine Gemeinde, die Jesus tatsächlich Jesus sein lässt und ihn darum bittet, in ihrer Mitte in aller Freiheit der zu sein, der er ist und zu tun, was immer er will – eine solche Gemeinde fällt ohne Frage sehr bald aus dem Rahmen der „allgemein anerkannten Konventionen“ und wird „wild“ und unberechenbar. Sie wird sehr bald live durch Himmel und Hölle gehen und jede Menge Erfahrungen mit Grenzen und Vollmacht machen. Und was will ein Mann mehr?

Denn Jesus ist alles andere als ein Anpasser, Stillsitzer oder kirchlicher Verwaltungs-Fachmann. Wo er auftaucht, kommen die Elemente von Berührung und Bestimmung auf den Plan. Da wird die Gemeinde wieder verschworen und apostolisch. Wie könnten da Männer widerstehen?

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