Der Dienst der Ermunterung

 

„Seht zu Brüder, daß nicht etwa in jemandem von euch ein böses Herz des Unglaubens sei im Abfall vom lebendigen Gott, sondern ermuntert einander jeden Tag, solange es „heute“ heißt, damit niemand durch den Betrug der Sünde verhärtet werde!“ (Hebräer 13,12-13)

Us Humans 142An einem Männertag am erlebten wir eine starke Betonung auf diesem Punkt. Ohne eine Menge Ermutigung geht es nicht voran! Interessant ist, dass die Verse im Hebräerbrief in diesem Zusammenhang von „jedem Tag“ sprechen. Gegenseitige Ermutigung muss ein tägliches Ding sein, denn auch Anfechtungen, Bedrängnisse und Kämpfe sind jeden Tag online. Am Sonntag im Godi „auftanken“ und dann davon eine Woche lang zehren, um wieder erschöpft in der Gemeinde aufzuschlagen und die „Auferbauung“ mehr oder weniger allein vom pastoralen Profi-Ermutiger zu erwarten, ist nicht schriftgemäß. Dabei heraus kommt, dass die Herzen doch vom lebendigen Gott abfallen und hart werden, denn um wie viele Herzen im Einzelnen kann sich ein Pastor kümmern (er muss auch an sein eigenes denken!)?

Alle Gemeinden haben unentwegt gegen einen entnervenden Strom von Entmutigung anzukämpfen, viele Dienste sind wie gelähmt, auch wenn sie nach außen hin das Gesicht wahren und lebendiger tun als sie sind. Meine Erfahrung ist, dass die „Brüder“ mit den Jahren eine Menge Enttäuschungen, Verletzungen und Entehrungen bunkern, die in pure Resignation und „innere Kündigung“ münden. Manche Herzen – gerade der langjährigen männlichen Gemeindeglieder – sind knochenhart und nicht mehr leicht zu erreichen, geschweige denn zu bewegen. Sie wissen schon alles, kennen das „Gemeindegeschäft“ in- und auswendig, sind durch Routine abgestumpft und nicht mehr bereit, große Erwartungen in das „fromme Getue“ zu investieren, die doch nur getäuscht werden.

„Ein getäuschter Bruder ist unzugänglicher als eine befestigte Stadt.“ (Spr 18,19)

Die Verse oben zeigen, dass es die Aufgabe aller Brüder (und Schwestern) ist, sich gegenseitig zu ermuntern – täglich. Das ist die Formel:

Alle…gegenseitig…täglich.

Es ist nicht die Aufgabe des Gottesdienstes und auch nicht die des Pastors, sondern eine tägliche Aufgabe aller, also auch Deine – wer immer diese Zeilen liest. Was nicht täglich ist, ist nicht genug! Also tu es…jetzt.

Ermutigung ist ein hoher Dienst! Sooft ich in der Gemeinde darüber gepredigt habe, waren alle damit einverstanden und bereit, sich auf die Aufgabe einzulassen, sie dachten, das ist doch einfach, jedoch haben mehr oder weniger alle wieder aufgegeben, denn es stellte sich heraus, dass es alles andere als leicht ist. Alle rudern schließlich in ihrem Stress-Alltag ums Überleben und kommen dann ausgelaugt in die Gemeinde, um „versorgt“ zu werden, eine Runde „heile Welt“ und „seid nett zueinander“ zu spielen.

An sich sind die Möglichkeiten der Ermutigung heute durch die Kommunikationstechnik leichter geworden. Wir können einfach eine SMS oder e-mail schicken (obwohl: Ein handgeschriebener Brief ist noch immer unschlagbar!). Es dauert nur Momente, das zu tun, aber wie gesagt: Wer immer sich auf den Dienst der Ermutigung einlässt, wird erleben, wie ein unsichtbarer Widerstand dagegen vorhanden ist. Er wird auch entdecken, dass ein unendlicher Bedarf an Zuwendung existiert, der durch Veranstaltungen nicht im Geringsten gedeckt wird, denn viele davon sind zu unpersönlich dafür.

Gibt es zu wenige Ermutiger, werden sie mit zu viel seelischem Müll überlastet und brennen aus – es muss ein breites und beständiges Engagement geben. Bist du dabei?

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