Die Kraft, zu gebären

Ich schreibe einmal wieder ein „Prophetsches Update“. Es ist der 22. August 2020, wir sind mitten in der C-Krise und heftige Spannungen, die wir auch „Wehen“ nennen könnten, kommen in Wellen über uns und unser Land, ja, die ganze Welt. In solch einer Bedrängnis tut jede geistliche Orientierung gut.

Denn die Kinder sind bis an den Muttermund gekommen, aber da ist keine Kraft zu gebären. (2Kön 19,3; Jes. 37,3)

Ein krasses Wort, wie ich finde! Eine Bestandsaufnahme, wie müde und kraftlos Israel seinerzeit geworden war. Der ganze Abschnitt zeigt die Dürre und Unfruchtbarkeit in verschiedenen Bildern. Man hat sich daran als „normal“ gewöhnt…

Wir könnten denken, immerhin sind die Kinder bis an den Rand ihrer Geburt gelangt! Aber um welchen Preis? So vieles wurde vom Himmel in unser Herz gesät, mit so vielen wunderbaren Projekten, Perspektiven und Berufungen sind wir schwanger gegangen – aber was gab es nicht um jedes einzelne „Kind“ für einen Krieg, um es nicht durchzubringen, die Schwangerschaft abzubrechen und das Werdende abzutreiben. Wie viel Geduld und Stress wurden ertragen, um wenigstens etwas durchzubringen durch die „Dürre“ und den „Mangel“, die scheinbar überall im Lande herrschten?

Seltsamer Weise haben wir parallel zu dieser verzweifelten Situation den Zugang zu mehr geistlicher Nahrung denn je. Das Internet ermöglicht uns mit einem Klick die Teilnahme an allem, was die Gemeinde in all ihren wundervollen Facetten in der ganzen Welt an Musik, Lehre, Kreativität, Evangelisation, Prophetie, usw. zu bieten hat. Aber viele haben nicht einmal gelernt, wie man selber ißt! Immer sind sie abhängig von Fütterern und weigern sich, erwachsen zu werden und es selbst zu tun. Wie sollen sie da Kinder bekommen und sich um sie kümmern können? Wir kennen ja im Natürlichen das Drama, wenn Kinder Kinder kriegen…

Nun stehen wir meiner Meinung nach an einem Punkt der geistlichen Entwicklung bzw. (Un)Fruchtbarkeit in unserem Land, wo Gott die Macht und Autorität den Institutionen wegnimmt und sie den Menschen zurückgibt. Gott will mit uns persönlich Geschichte schreiben. Nein, nicht mit unserem Verband, unserer Gemeinde, unseren „Zuständigen“. Er beharrt auf DIR und MIR.

„Sei mein Gegenüber!“ ist der Ruf – und es ist die Bestimmung vom Anbeginn der Schöpfung, denn so begann es in Eden: Der Mensch als Gottes Gegenüber – ohne eine Institution, eine Kontrollinstanz, eine Verwaltung und Religion dazwischen. Von Angesicht zu Angesicht. Der heilige Mensch – gesandt, um Gottes Segen in die ganze Schöpfung zu tragen und in ihr zu regieren – mit Kraft, Liebe und Besonnenheit.

Je mehr wir – gemeinsam mit Jesus – diese Position des Gegenübers Gottes einnehmen, desto mehr weicht von uns die „Verwaisung“ und „Öde“ und desto mehr treten wir ein in die Kraft und Erfüllung der Mission, „fruchtbar zu sein und die Erde zu füllen“. Da werden wir die Kinder gebären und versorgen  können, die Gott uns gibt, worin auch immer diese „Kinder“ bestehen. Alle Berufungen und Gaben Gottes haben das Potential in sich, die Welt zu segnen und zu verwandeln – von der Wüste zurück ins Paradies.

Wem kann Gott die „Kraft, zu gebären“ eingeben? Wer wird, was im Inneren der Herzen durch die Jahre herangewachsen ist, zur Welt bringen? Die Krise kann uns schwächen und zurückwerfen, aber auch sammeln und zu neuer Entschlossenheit führen. Das wünsche ich uns.

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