Verwandelnde Berührung

Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrührte. (Markus 10,13)

Kids 19Wir hatten einen wunderbaren „Tag des Gebets“ an einem Pfingstsamstag unter dem Thema „Verwandelnde Berührung“.

Jesus war berührbar: er rührte selber Menschen an, ließ sich aber auch von ihnen anrühren.

Dies ist sehr wichtig für uns, denn manche Gnade und Gabe, manches Verstehen und Begreifen vermittelt sich nicht durch Predigt, Lehre und verstandesmäßige Erkenntnis, sondern nur durch Berührung.

Unsere gewohnte Christlichkeit und Theologie ist Gott gegenüber distanziert und bringt Menschen nicht in seine unmittelbare Nähe bzw. Berührung. Wenn Jesus sagt: „Kommt her zu mir alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben“ (Mt 11,29), wie nah meint er dann eigentlich, dass wir zu ihm kommen sollen?

Eine rein geistige Christlichkeit, in der uns nur Worte gegeben werden, kann unser Herz nicht zufriedenstellen. Wir können nicht von Theorien und Theologien leben, auch nicht von Wissen. Wir leben von Nähe.

Wir betrachteten einige Stellen im Neuen Testament, die voller Berührung und Nähe sind:

Der Aussätzige (Lk 5,12f), Die Heilung vieler Kranker: (Mk 6,56), Jesus und die Kinder (Mk 10,13f), Der verlorene Sohn (Lk 15,11f)

  • Ohne die Erfahrung des Aussätzigen werden viele nicht geheilt und bleiben krank.
  • Ohne die Erfahrung von den Kindern können wir keine Kinder sein und bleiben Waisen.
  • Ohne die Erfahrung des verlorenen Sohnes können wir nicht in das Haus des Vaters eintreten und bleiben draußen.

Dafür müssen wir eine Menge NÄHE zulassen!

Es geht in der Kirche heute sehr viel um „richtig und falsch“, um Lehre, Predigt und ein intensives Veranstaltungstum aber die Erfahrung der Kindschaft, der Braut und der Heilung bzw. der Kraft, die durch die Berührung mit Jesus fließt, wird nicht kultiviert, d.h. die Gemeinde funktioniert auch ohne Nähe. Das sollte sie aber nicht. Ich fürchte, sie hat sich im Allgemeinen an sehr viel Waisenschaft gewöhnt und vertagt die Nähe und Berührung von Jesus weitestgehend auf nach dem Tod.

Wir können nur geben, was wir empfangen: Werden wir berührt, können wir auch andere berühren. Fließt seine Gegenwart in unsere Gegenwart, können wir Gottes Gegenwart, sein Dasein, weitergeben. Das ist was ganz anderes, als Belehrungen und Bibelverse weitergeben.

So finden wir uns in der Herausforderung wieder, den Weg zurück in die Arme Gottes zu finden und ganz nah mit ihm zu werden. Was all die vielen Veranstaltungen, Predigten und Appelle zu mehr christlicher Bemühung nicht leisten können, geschieht dort: Wir werden verwandelt in sein Bild, wir werden seines Geistes teilhaftig, wir spüren Gott.


Empfehlung: Buch “Du sollst leben!” von Frank Krause & Klaus Herrmann, Eine Geschichte der heilenden Berührung Gottes.

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