Der Christus Gottes

Ihr aber, was sagt ihr, wer ich bin? Petrus aber antwortete: Der Christus Gottes. (Lukas 9,20)

Bingo Petrus, die richtige Antwort!

Christus (lateinisch) heißt auf Hebräisch Messias und auf Deutsch: der Gesalbte. Jesus ist der „von Gott mit Heiligem Geist und Kraft Gesalbte, der wohltut und alle heilt, die von dem Teufel überwältigt sind, denn Gott ist mit ihm“ (Apg 10,38). So wird Petrus es später dem Hauptmann Kornelius und der Versammlung in seinem Hause mitteilen. Dort heißt es, dass der Heilige Geist auf alle fiel, die das Wort von Petrus hörten (Apg 10,44) und sie ließen sich taufen auf den Namen Jesu Christi (Apg 10,47-48).

Wie immer bei dem Thema Taufe will ich darauf hinweisen, dass man nicht AUF etwas getauft wird, sondern IN etwas hinein. Sie wurden also in den Namen Jesu hineingetauft – und er ist der Christus, der Messias, der Gesalbte. IN IHM sind sie nun dieses Namens und dieser Salbung teilhaftig! 

Die Parallele in Matthäus 16,17 fügt noch die berühmten Worte Jesu an Petrus an: „Glückselig bist du, Simon, Sohn des Jonas, denn Fleisch und Blut haben dir das nicht geoffenbart, sondern mein Vater, der in den Himmeln ist“

Wir sehen also, um Jesus richtig einzuschätzen, um ihn tatsächlich zu erkennen, wer und wie er ist, braucht es eine Offenbarung des Vaters, denn nur er kennt seinen Sohn wirklich. Er kennt nicht nur seine formale Funktion, sondern sein SEIN. Auch die religiöse Geschichte und Tradition, die Propheten einst oder Schriftgelehrten heute können uns nicht die Wahrheit über Jesus sagen. Menschen können ihr Leben lang in die Kirche gehen und als gute Christen gelten, sogar Theologie studieren und doch gar nichts von Jesus wissen. Nur Äußerlichkeiten und die Auslegung seiner Worte kennen sie, aber offenbar wurde er ihnen nicht.

Niemand, dem Jesus offenbar wird, kann mit äußerlicher Religion weitermachen, denn Jesus übersteigt Religion und macht sie überflüssig. Es geht für uns Christen gar nicht darum, religiös zu werden, sondern Jesus gleich. Und wir können nur werden wie er, wenn wir ihm ganz nah sind, wenn wir ihn persönlich erfahren. Das ist Glückseligkeit, wie Jesus es Petrus bescheinigt.

Die Offenbarung des Namens Jesu und seiner Salbung ist ein Erweckungs- und Erleuchtungs-Erlebnis. Man kann es nicht erzwingen, nicht „machen“, auch eine Bekehrung oder Taufe in der Kirche bewirkt es nicht „automatisch“. Jedoch kann man sich danach ausstrecken, darum beten, sich mit dem Namen und der Salbung Jesu befassen, usw. Alles das ist eine Vorbereitung, die der Erweckung und Erleuchtung entgegen kommt. Aber ohne eine Offenbarung des Vaters, der in den Himmeln ist, können wir Jesus, den Christus Gottes, nicht erkennen. Die irdischen Möglichkeiten sind dafür zu beschränkt.

Die Kirchengeschichte ist ein beredtes Zeugnis dafür, wie wenig die Christenheit den Christus streckenweise kannte! Wie wenig die Gemeinde seinem SEIN entsprach. Warum ist das (im Allgemeinen) so? Weil es eine Kirche ohne Offenbarung gibt, ja, eine Gemeinde, die weitere Offenbarung sogar als unnötig und gefährlich ablehnt. Damit geht sie den Weg der Schriftgelehrten und Pharisäer und ihrer Synagoge.  Sie hat die Schriften, die Bibel und gründet sich darauf (auf den Buchstaben), aber warum nicht auf die Offenbarung Jesu, des Christus, durch den Vater – immer weiter und immer neu? Frisches Manna jeden Tag!

Petrus hat Jesus als den Christus und Sohn des lebendigen Gottes doch gerade nicht durch Bibellesen und Schriftauslegung erkannt. Wollen wir den Weg des Petrus gehen, muss es der Weg der Offenbarung sein. Diese Offenbarung wird nie abgeschlossen sein und kann nicht in ein Buch geschrieben werden, wie alle wesentlichen Dinge mit Worten nicht auszudrücken sind – und darum zu ihrer Vermittlung und Erfahrung eine Offenbarung brauchen. Über diese kann Zeugnis gegeben werden, aber jedes Zeugnis ist individuell, subjektiv und Stückwerk. Darum gibt es ja selbst in der Bibel nicht nur ein Zeugnis des Evangeliums, sondern vier.  

1 comment for “Der Christus Gottes

  1. Uwe Reese
    19. Juni 2020 at 11:44

    Danke für die Auslegung es ist wieder klar und deutlich. Als Christ braucht man einfach die Auslegung das man Gottes Wort richtig versteht und das sich nicht falsche Interpretation sich in das Gedächtnis einnistet. Sondern das Wort Gottes unverfälscht zu einem ins Gedächtnis kommt. Lieber Frank danke für den Blog. Sei gesegnet und ganz viel Kraft von unserem himmlischen Papa. Liebe Grüße Uwe Reese

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.