Machtspiele

Es hörte aber Herodes, der Vierfürst, alles, was geschehen war, und er war in Verlegenheit, weil von einigen gesagt wurde, dass Johannes aus den Toten auferweckt worden sei. (Lukas 9,7)

Jetzt wird es politisch…

In einer ausgesprochen typischen Situation für die Korruption von politischer Macht hatte Fürst Herodes einem schön tanzenden Mädchen große Versprechen gemacht – und die bat ausgerechnet um den Kopf von Johannes dem Täufer, den sie auch bekam. Die Mutter des Mädchens hatte im Hintergrund intrigiert und Herodes eine Falle gestellt. Ja, von den hohen Herren wird schon mal über Leichen gegangen, um ihr Gesicht zu wahren. Das ist einfach Teil des politischen Geschäfts, so wird es später auch die Hinrichtung von Jesus sein. Das muss niemand persönlich nehmen…

Die Geschichte um den Mord an Johannes wird in Matthäus 14 genauer geschildert. Ein Paradebeispiel, wie Staatsmänner in einer schwachen Stunde ihre Machtbereiche und Völker im Kasino der Macht für lächerliche Geringfügigkeiten verspielen. Immer kostet es die Köpfe anderer, wenn sie es vermasseln…

Nun bleibt also auch den oberen Rängen in der Hierarchie nicht verborgen, was da im unteren Segment der Machtpyramide vor sich geht. Das Volk ist in Bewegung, jemand nimmt Einfluß und mischt sich ungefragt ein. Ohne Genehmigung und vorbei am Gesundheitssystem wird da „wild“ geheilt und vorbei an den staatlich kontrollierten religiösen Einrichtungen „auf der Straße“ gepredigt. Und das mit großem Erfolg.

Beschwerden über unangemeldete Versammlungen, Ruhestörungen und Berichte der raschen Formation einer neuen Sekte kommen herein. Woher der Kopf der Sekte, der von sich behauptet, der Messias zu sein, seine Autorität und Macht hat, welche fremden Regierungen oder Geheimdienste dahinterstecken, ist unklar.

Die Beseitigung eines hochrangigen Mitglieds des Führungskaders, Johannes des Täufers, hat die Bewegung nur mäßig eingedämmt. Und nun wird gar behauptet, dieser Johannes sei von den Toten wieder auferweckt worden. O das ist gar nicht gut, wenn die politischen Leichen im Keller auferstehen, und herauskommt, was die Ehrenmänner auf Steuerkosten für mörderische Partys gefeiert haben! Herodes (Rom) ist in Verlegenheit…

Die staatliche Maschinerie zur Beseitigung subversiver Elemente läuft nun umfänglicher an. V-Männer werden eingeschleust, um Jesus zu belauern und zu überwachen. Experten und Sektenbeauftragte werden medial platziert, um die Jesus-Bewegung zu sondieren und als gefährlich einzustufen, die Armee in Bereitschaft versetzt, mögliche Aufstände niederzuschlagen.

Die ideologische Propaganda geht los, denn an der Wahrheit ist niemand im Machtapparat  interessiert. Das Reich Gottes trifft auf das Reich Roms…   

Die berühmte Frage Roms, ausgesprochen durch seinen Vertreter Pilatus, der über Jesu Verurteilung und Hinrichtung „Recht sprechen“ wird, ist: „Was ist Wahrheit?“ Das ist die eine Frage, auf die alle Ideologien und Machtsysteme immer dieselbe Antwort geben: „Wahr ist, was WIR sagen, dass es wahr ist.“ Also antwortet Jesus dem Pilatus nicht, denn ganz egal, was er sagt, die Reaktion der Regierungsvertreter wird immer dieselbe sein: Sie haben von Amts wegen Recht und setzen ihre ideologische „Wahrheit“ gegen jeden durch, der davon abweicht – egal, ob er dabei Gutes oder Schlechtes tut. 

Ideologen arbeiten mit Gewalt jeglicher Art und Form, denn sie wähnen sich ja im Recht. Die Wahrheit hingegen braucht weder jemandes Berechtigung noch will sie jemanden gewaltsam überzeugen und indoktrinieren. Sie IST.  

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