Zurück zum Evangelium!

Sie gingen aber aus und durchzogen die Dörfer nacheinander, indem sie das Evangelium verkündigten und überall heilten. (Lukas 9,6)

Nun brechen die Missionare also auf und durchziehen die Dörfer. Sie verkündigen das Evangelium (vom Reich Gottes!) und heilen „überall“ die Kranken. In der Parallele Markus 6,12-13 heißt es:

„Und sie zogen aus und predigten, dass sie Buße tun sollten; und sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Schwache (Kranke) mit Öl und heilten sie.“

Also machten sie es genau so, wie Jesus es ihnen gesagt und wozu er sie bevollmächtigt hatte – und es funktionierte. Das echte Evangelium funktioniert immer und überall, weil es nicht von dieser Welt ist! Die Jünger dienen einer höheren Macht und Kraft und erleben, dass auch sie in der Salbung Christi wandeln und handeln können. Was für eine Erfahrung! Was für ein Erstaunen!

Die Dämonen sind ihnen Untertan und ebenso die Krankheiten. Sie halten keine theologischen Vorträge, verbreiten keine christliche Religion und kirchliche Ideologie, sondern demonstrieren die Kraft Gottes… „damit der Glaube der Hörer nicht auf menschlicher Weisheit beruht, sondern auf Gottes Kraft“ merkt Paulus dazu in 1Kor 2,5 an.

Immer wieder müssen wir uns überprüfen, welches Evangelium uns „verkauft“ wurde und wie wir Evangelisation verstehen und handhaben? Beruht unser Glaube wirklich auf Gottes Kraft? Verfügen wir über persönliche Erfahrungen mit der Salbung Christi, die die Dämonen austreibt und die Kranken heilt, weil sie die Machtverhältnisse umkehrt? Wenn dem nicht so ist, oder einst einmal so war, heute aber nicht mehr, weil wir uns schon wieder an ein kraftloses Wort-Evangelium gewöhnt haben, dann haben wir ein Problem, weil wir entweder noch nie zu dem wirklichen Evangelium und echten Jesus gekommen sind oder bereits wieder davon abgefallen sind.

Später, wenn Jesus die 70 Jünger in ganz genau derselben Vollmacht aussendet, wie hier die Zwölf, kehren sie völlig begeistert zurück. Mission, die begeistert? Auch in der Apostelgeschichte dann lesen wir von der überaus erfolgreichen Evangelisation und Mission der ersten Gemeinde. Ihre Kraft und Begeisterung war unglaublich, die ganze bekannte Welt wurde von ihr erschüttert. Ehe sie zur Kirche wurde und Rom übernommen hat – ganz ähnlich wie einst der Pharao Israel übernahm.

Wir stehen der schwierigen Aufgabe gegenüber, an den Punkt des Verrates und Verlustes des echten Evangeliums (vom Reich Gottes) und seiner weltüberwindenden Kraft zurückzukehren und Jesus wieder den Herrn sein zu lassen. Er hat keine Kirche gegründet, die Evangelien geben diese Schlussfolgerung einfach nicht her.

Eine neue Schöpfung hat er begründet, einen neuen Weg für neue Menschen bereitet, eine neue Taufe und einen neuen Geist gebracht. Das alles pass so gar nicht in eine „Kirche“, wie wir sie gewöhnt sind, weil es viel zu groß und lebendig ist, um dort eingefangen und verwaltet zu werden von einer Gemeinde, die uns von der Wiege bis zur Bahre christlich „betreut“, als wäre sie eine Versicherungsanstalt.

Für wen, wenn nicht für uns, gilt die Aufforderung Jesu in der Bergpredigt: „Trachtet aber ZUERST nach dem Reich Gottes…“ (Mt 6,33). Es gilt, die Hauptsache die Hauptsache sein zu lassen oder es sein zu lassen mit einer Kirche, die ZUERST nach sich selbst trachtet – und Gott darf sie gerne dabei segnen.

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