Widerstände überwinden

Als er aber alle hinausgetrieben hatte, ergriff er sie sie bei der Hand und rief: Kind steh auf! Und ihr Geist kehrte zurück, und sogleich stand sie auf, und er befahl, ihr zu essen zu geben. (Lukas 8,54-55)

Nun hat Jesus also erstmal den Raum geklärt und eingenommen, indem er die Weinenden hinaustrieb. Er konnte ihre Ablenkung und Infragestellung seiner Glaubens-Maßnahmen nicht gebrauchen. Für uns heißt das, dass auch wir darauf achten müssen, wie viel Bereitschaft und Einheit in einer Gruppe hinsichtlich eines Glaubensgebetes und einem Vorangehen im Heiligen Geist gegeben ist. Wenn zuviele Leute nichts damit anfangen können, ist es schwierig, wenn gar ein paar Teilnehmer eine kritisch-ablehnende Haltung einnehmen, können wir weder in Freiheit noch in Einheit handeln. Erst müssen wir sie gewinnen oder warten, bis sie gegangen sind. Darum geschehen viele Wunder nicht in den Versammlungen, sondern erst hinterher, wenn der gläubige Rest „noch bleibt“.

Wieder arbeitet Jesus mit Berührung und mit einem Befehl: Kind, steh auf! Ich nehme an, dass er das Mädchen mit dem Ergreifen ihre Hand auch schon hochzog bzw. aufrichtete. Sein Handeln und sein Reden bildeten bereits einen Einklang. Er redete nicht das eine und tat etwas anderes, wie es bei uns so häufig der Fall ist.

Jesus bildete die Schnittstelle zwischen Himmel und Erde, auch mit dem Vater stand er in Übereinstimmung, so mit den Engeln und allen himmlischen Kräften. Das vorzeitige Ableben des Kindes wurde revidiert.

Wo auch immer der Geist des Kindes war, er wurde zurückgerufen und zurückgebracht, was uns zeigt, dass der Körper durch den Geist lebt und ohne ihn nicht leben kann. Der Mensch ist ein Geist, der in einem Körper lebt – für eine Zeit. Dann kehrt er zu seinem Ausgangspunkt zurück. In dieser Hinsicht leben wir bzw. unser Geist ewig. Unser Körper ist offensichtlich an diese vergängliche Welt gebunden, unser Geist aber nicht. Das wirft viele Frage auf, vor allem die, wie wir wohl leben würden, wenn wir uns weniger am Physischen und Materiellen und mehr am Geist orientieren würden.

Das Kind kam zu sich und stand auf. Was mag es gedacht haben? Wer war dieser Mann, der ihre Hand hielt und die anderen, die mit ihm um ihr Bett her standen? Hatte es Jesus „im Geist“ erkannt?

Sind wir geistlich motiviert und orientiert, auf Gott ausgerichtet und in Einheit mit ihm, dann sehen wir die „Wirklichkeit“ ganz anders, als es unsere physischen Augen tun. Wir schauen durch den Schleier der natürlichen Welt hindurch auf die dahinterliegende größere und unsichtbare Wirklichkeit. Wir erleben, dass sie so unsichtbar gar nicht ist, da unsere geistliche Wahrnehmung zunimmt und wir mit erleuchteten Augen des Herzens beginnen, sie zu sehen. Unsere Wahrnehmung wird also mehrdimensional, umfassender, ganzheitlicher.

Aber wie die Weinenden im Haus des Synagogenvorstehers Jairus diese Realität nicht erkennen konnten und gebunden waren auf die eine, irdische, vergängliche Ebene und nicht verstehen konnten, was Jesus da sagte und tat, um den Geist des Mädchens zurückzuholen, so werden auch unsere Leute nicht begreifen, was mit uns los ist und warum wir so reden und handeln, wie wir es tun. Es wird ihnen lächerlich sein, denn

Ein natürlicher Mensch nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, er kann es nicht erkennen, weil es geistlich unterschieden wird. Der geistliche dagegen unterscheidet (erkennt, beurteilt) zwar alles, aber er selbst wird von den anderen nicht erkannt. (1Kor 2,14-15, ELB)

Ein Mensch, der Gottes Geist nicht hat, lehnt ab, was von Gottes Geist kommt; er hält es für Unsinn und ist nicht in der Lage, es zu verstehen, weil ihm ohne den Geist Gottes das nötige Urteilsvermögen fehlt. Wer hingegen den Geist Gottes hat, ist imstande, über alle diese Dinge ´angemessen` zu urteilen, während er selbst von niemand, ´der Gottes Geist nicht hat, zutreffend` beurteilt werden kann. (NGÜ)

Um gegen all die irdischen, menschlichen, fleischlichen Widerstände anzukommen, müssen wir auf das Ergebnis schauen, das wir erzielen wollen. Ist das Kind erst einmal wiedergeholt und erweckt, ja dann wendet sich das Blatt und wir triumphieren, währen die anderen fassungslos sind. Dann sehen unsere natürlichen Augen, was unsere geistlichen Augen schon vorher gesehen haben. Dann erleben wir die Realisierung der Verheißungen in dem Namen Jesu und in der Kraft des Heiligen Geistes. Dann haben wir den Dienst des Neuen Bundes (2Kor 3,4-6) getan.

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