Der Name Jesu

Von einigen wurde gesagt, dass Johannes aus den Toten auferweckt worden sei; von einigen aber, dass Elia erschienen, von anderen aber, dass einer der alten Propheten auferstanden sei. (Lukas 9,7b-8)

Man versucht, Jesus einzuordnen, auch seine Apostel und die ganze Bewegung. Jetzt, wo die erste Missionsreise der Apostel erfolgreich verlaufen war, wurde deutlich, dass diese Vollmacht, die mit der Predigt des Reiches Gottes einhergeht, nicht auf Jesus beschränkt blieb. Erreichte er Tausende, würden es nun Zehntausende werden. Das Ministerium für Angelegenheiten der Vollmacht und  Staatssicherheit wird nervös. Wer sind diese Leute, woher kommen sie und in wessen Auftrag handeln sie?

Sehr interessant, was in dieser Hinsicht gemutmaßt wird: Ist dieser Jesus der auferstandene Johannes oder etwa Elia, von dessen wiederkommen der Prophet Maleachi gesprochen hatte: „Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, bevor der Tag des Herrn kommt, der große und furchtbare.“ (Mal 3,23)? Ist gar ein anderer der alten Propheten wiederauferstanden? Dass Jesus sein könnte, wer er selbst von sich sagt, dass er sei, das kommt in ihrer Vorstellung nicht vor. Dass er der Sohn und Christus Gottes sein könnte – ausgeschlossen. Eher glauben sie die absonderlichen Ideen, die sie Herodes unterbreitet.

Das ist auch heute noch so. Wir finden in Büchern, Filmen, Foren und Szenen sowie bei Historikern, Psychologen, Soziologen und Theologen endlos viele Deutungen darüber, wer Jesus sei. Vom Scharlatan bis zum aufgestiegenen Meister, vom Außerirdischen bis zu einer künstlichen Intelligenz finden wir alles. Aber auch in all die vielen christlichen Denominationen, es sollen Tausende sein, finden wir verwirrend viele Vorstellungen von Jesus. Aber wer ist er nun wirklich?

Zuerst einmal der, der er selber sagt, dass er ist. Und Jesus wusste erstaunlich gut darüber Bescheid, wer er ist! Er hatte kein Problem damit, über sich selbst zu sprechen.

Die ganze Bibel, Altes und Neues Testament, aber im Besonderen natürlich die Evangelien, sind voller Definitionen, Titeln und Namen, die Jesus trägt. Halten wir uns nur einmal einige der berühmten „Ich bin“ – Worte Jesu aus dem Johannesevangelium vor Augen: 

Joh 6,35:         Ich bin das Brot des Lebens (vgl. 6,41.48.51)

Joh 8,12:         Ich bin das Licht der Welt.

Joh 10,7.9:      Ich bin die Tür.

Joh 10,11.14:  Ich bin der gute Hirt.

Joh 11,25:       Ich bin die Auferstehung und das Leben.

Joh 14,6:         Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.

Joh 15,1:         Ich bin der wahre Weinstock.“

Was bedeutet es, so etwas zu SEIN? Wie ist es möglich, solche Dimensionen in sich zu vereinen? Jesus sprengt unsere Vorstellungen und Definitionen von ihm, er ist im wahrsten Sinne des Wortes unfassbar. Natürlich projizieren wir alle unsere eigenen Vorstellungen und Meinungen auf ihn, aber nur der Heilige Geist kann uns die Wirklichkeit Christi, die unseren Verstand übersteigt, offenbaren. Unser ganzes Leben lang gehen wir von einer Offenbarung zur nächsten, einer Erleuchtung zur anderen und einer Herrlichkeit zur nächsten, die alle mit dem Namen Jesu verbunden sind. Der Horizont bleibt immer offen… mit Jesus wird man nicht fertig.

Nun müssen Institutionen, Organisationen und Ideologien jedoch eine klare, einfache und falsche Erklärung darüber anbieten, wer Jesus ist. Er wird ihren Weltbildern und Agenden eingefügt und für ihre jeweiligen Zwecke instrumentalisiert. Obwohl niemand wissen kann, wer Jesus ist, es sei denn, Jesus selbst offenbart sich jemandem durch den Heiligen Geist, wissen alle, wer Jesus ist. Der „Evangelische Taschen Katechismus“ etwa erklärt uns Jesus auf 4 von 400 Seiten… das ist eine geradezu sagenhafte Leistung. Aber die Menschen lieben diese knappen und von Experten ausgearbeiteten Gutachten, die sie dann – gegen eine Gebühr – als „wissenschaftlich“ geprüft und genehmigt glauben dürfen.

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