Kennzeichen des Reiches Gottes

Er aber entließ ihn und sprach: Kehre in dein Haus zurück und erzähle, wieviel Gott an dir getan hat. Und er ging hin und rief aus durch die ganze Stadt, wieviel Jesus an ihm getan hatte. (Lukas 8,39)

 So missionarisch endet „die Heilung eines besessenen Geraseners“. So lautet in der Elberfelder Bibel die Überschrift über diesem Abschnitt.

Wenn wir die Berichte aus Matthäus und Markus hinzuziehen, fällt auf, welch beachtenswerten Umfang gerade diese Geschichte in den Evangelien einnimmt. Immer wieder müssen wir uns fragen, ob die Gewichtung unseres persönlichen und auch gemeindlichen geistlichen Lebens der des Evangeliums entspricht? Wie viele Gemeinden sich „biblisch“ nennen oder „evangelisch“, also orientiert am Evangelium, ohne es zu sein, ist unsäglich.

Würden wir einmal alle Erwähnungen von Dämonen und unreinen Geistern aus den Evangelien zusammenfassen, dann macht die Auseinandersetzung mit ihnen einen wirklich gewichtigen Teil aus und war ein fundamentales Kennzeichen des Dienstes Jesu. Das Licht in ihm deckte die Finsternis auf, seine Reinheit störte die Unreinheit auf, sein Frieden den Stress und die Erschöpfung der Menschen, usw. Dieser Jesus lebt nun in uns. Sollte da nicht eben genau dasselbe geschehen? Legt der Missionsbefehl das nicht nahe?

Diese Episode im Lande der Gerasener ist in die Geschichte eingegangen und der Besessene wird zu einem Missionar für sein Volk. Die Mission wird in wenigen Worten beschrieben: „Geh hin und sag ihnen, wieviel Gott an dir getan hat!“ Dafür braucht man keine Bibelschul-Ausbildung. Wenn Menschen so Großes und Existentielles wie der Gerasener erlebt haben, können sie sowieso über nichts anderes sprechen; es ist ja das, was ihr Leben ausmacht und ihm seine Bedeutung gibt.

Die Mission ist keine Zumutung, keine Überforderung, sondern der Ausfluss eines von Gott berührten und verwandelten Lebens. Die Leute aus der ganzen Umgebung hatten ja selbst bereits überall von den seltsamen Ereignissen der Befreiung des „wilden Mannes“ und dem vollkommen unnatürlichen Verhalten der  Schweine berichtet. Auf diesem Pfad geht der Befreite nun hinein in seine Nation und bestätigt die Macht Gottes, die durch Jesus an ihm sichtbar geworden war.

Wir alle sollen – berührt von dem Reich Gottes – Großes erleben, das unser Leben befreit und verwandelt. Davon wird unser Mund dann wie von alleine überfließen. Haben wir indes nichts Dergleichen erlebt und lesen Geschichten wie die „der Heilung eines besessenen Geraseners“ wie Märchen und Mythen, sollten wir uns fragen, ob wir wirklich mit dem echten Jesus und dem echten Evangelium und echten Reich Gottes in Kontakt gekommen sind, oder einem religiösen Imitat aufgesessen sind, das keinerlei Kraft hat, sondern nur Worte.  

„Denn das Reich Gottes besteht nicht in Worten, sondern in Kraft.“ (1Kor 4,20)

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