Heilige Irritation

Die Dämonen aber fuhren von dem Menschen aus und in die Schweine, und die Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See und ertrank. Als aber die Hüter sahen, was geschehen war, flohen sie und verkündeten es in der Stadt und auf dem Land. (Lukas 8,33-34)

Kaum waren die Dämonen in den Schweinen, was uns zeigt, dass auch Tiere betroffen sein können, da bringen sie sie auch schon um. Seltsam. Wir dachten, sie suchten erst mal einen anderen Aufenthaltsort, als den von Jesus befreiten Gerasener, aber nein. Jesus hatte sie nicht in den Abgrund (Abyss) geschickt und doch stürzen die Schweine genau in diese Richtung den Hang hinab bis ins Wasser, also so weit runter, wie es physisch überhaupt möglich war, und kamen dort um.

Wir sehen eine so geballte Macht am Werk, dass eine Herde von ca. 2000 Schweinen, wie wir in Markus 5 erfahren, kollektiv nicht auszureichen scheint, sie aufzunehmen. Gegen ihre Natur stürzen sie sich in den Tod. Wie schrecklich muss der Anblick dieses Geschehnisses gewesen sein! Und diese dunkle Macht steckte in einem Mann?

Menschen unter dem Einfluß von Dämonen haben die Tendenz „nach unten“. Sie sind „schwer“ und es zieht sie „runter“. Alles um sich herum machen sie ebenfalls schwer und ziehen es zwanghaft runter. Sie sehen „schwarz“. In ihrer Gesellschaft verliert scheinbar die Umgebung an Farbe und das Licht erscheint trübe. Die Sonne meiden sie.

Die Hüter der Schweineherde fliehen in Panik und erzählen überall von der Katastrophe, die geschehen ist. Wer hat sowas je gesehen? Die Menschen machen sich auf, um diese unglaubliche Geschichte zu überprüfen, Bauernverband und Versicherung vorneweg. Kann man Jesus haftbar machen? So einen Fall hat es noch nie gegeben!

In der Zwischenzeit kümmern sich Jesus und die Jünger um den geretteten Mann, denn später lesen wir, dass er „vernünftig und bekleidet“ zu den Füßen Jesu sitzt (8,35). Das erschreckt die Leute dann genauso wie der Verlust der Schweine.

Man kann sagen, Jesus schlägt im Lande der Gerasener ein wie eine Bombe. Die herrschenden Macht-Verhältnisse werden deutlich durch seine Präsenz angegriffen. Er sorgt für Irritation.

Wenn Jesus in uns wohnt, dann erleben auch wir solche Irritationen und Reaktion der Machtverhältnisse um uns her. Je mehr Raum Jesus in uns hat, desto heller scheint unser Licht in der Finsternis. Dämonen nehmen dann Reißaus und Befreiung geschieht oftmals wie „nebenher“.

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