Ein Dämon gibt Auskunft

Jesus fragte ihn aber und sprach: Was ist dein Name? Er aber sprach: Legion. Denn viele Dämonen waren in ihn gefahren. Und sie baten ihn, dass er ihnen nicht gebieten möchte, in den Abgrund zu fahren. (Lukas 8,30-31a)

Jesus spricht den Dämon in dem Mann an. Und der antwortet aus dem Mann heraus. Wenn wir keine Unterscheidung haben, was das Dämonische betrifft, können wir uns je nachdem leicht darüber irren, wer spricht: der Mensch oder der Dämon. In Vers 29 erhielten wir schon einige Informationen über den Mann, woher stammten diese? Gab es schon eine Unterhaltung bevor Jesus nach dem Namen des Dämons fragte?

Die Antwort des Dämonen ist kein Name wie wir Namen tragen, sondern funktional. Wer schon mal eine Dämonenaustreibung miterlebt hat, der hat vielleicht erlebt, dass die Dämonen sich nach Eigenschaften oder Positionen benennen. Z.B. nennen sie sich „Eifersucht“ oder „Furcht“ und pochen auf Berechtigungen, in einem Menschen zu wohnen. Wenn Christen, die sich mit ihnen anlegen, sich ihrer Position und Macht IN CHRISTUS nicht bewusst sind, werden sie von den Dämonen verspottet oder Schlimmeres.

Das erste, was dieser Dämon namens „Legion“ tut, ist ja die klare Feststellung, welche Machposition Jesus innehat: „…Jesus, Sohn Gottes, des Höchsten.“ (8,28). Er ordnet sich ihm ohne Widerstand unter und bittet um zwei Dinge: dass Jesus ihn nicht quält und ihm erlaubt, statt in den Abgrund in die Schweine zu fahren. Und Jesus erlaubte es ihm! Aus der Parallele in Markus 5,10 erfahren wir, dass der Dämon (Einzahl) Jesus sehr bat, dass er sie (Mehrzahl) nicht aus der Gegend fortschicke. Da haben wir also noch den territorialen Aspekt, der den Dämonen ebenfalls stets wichtig ist. Diese hier  wollten im Lande der Gerasener bleiben und gingen wohl davon aus, dass sie es hier nicht weit haben würden bis zur nächsten Herberge…

Das ablehnende Verhalten der Leute, die nach der Heilung des Besessenen zu ihm kommen und voller Furcht (!) bitten, dass er bloß von ihnen gehen solle, spricht eine beredte Sprache.

Dämonen nisten sich gerne in Familien, Gegenden und deren Kultur ein. Sie schreiben mit an der Geschichte und dem Brauchtum, formen die Gesinnung und Mentalität, um für immer Teil einer Region und ihrer Bevölkerung zu bleiben.

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