Vom Umgang mit dem Dämonischen

Denn er hatte dem unreinen Geist geboten, von dem Menschen auszufahren. Denn öfters hatte er ihn gepackt; und er war gebunden worden, verwahrt mit Ketten und Fußfesseln, aber er zerbrach die Fesseln und wurde von dem Dämon in die Wüsteneien getrieben. (Lukas 8,29)

Markus 5 fügt noch an, dass der Dämonisierte sich auch selbst verletzte, indem er sich mit Steinen schlug. Niemand konnte ihn bändigen.

Das ist alles sehr krass und kommt uns weit weg vor, aber das ist es nicht, darum steht es auch im Evangelium. Auch heute gibt es unendlich viele Menschen, die „nicht zu bändigen“ sind, die diabolische Dinge tun, die sie gar nicht tun wollen, die sich selbst verletzten und in Anstalten mit chemischen und physischen Fesseln fixiert werden.

Dass die alle dämonisiert sind, will ich nicht behaupten, aber das wir, wenn wir nur hinschauen, von viel mehr Abnormalität umgeben sind, als uns in den Nachrichten vermittelt wird, das ist für mich ohne Frage der Fall, frei nach dem Motto: Jeder ist normal, bis du ihn kennenlernst.

Tatsächlich „spielen“ viele Leute nur „normal“. Sie sind auf ihrer Arbeit unauffällig und gehen am Sonntag in die Gemeinde. Aber danach und daheim, da sieht die Welt ganz anders aus. Der Schein und das Sein können so weit auseinander klaffen, dass jemand sich selbst und vielleicht noch ein paar Leute mehr umbringt und die Nachbarn sagen: „Das hätten wir nie für möglich gehalten, das war doch so ein netter, normaler Mensch!“ Aber in ihm war es nicht nett und nicht normal und er musste alle seine Kraft aufbringen, um drinnen zu halten, was raus wollte, bis dann seine Kräfte schließlich nicht mehr reichten, die Dämonen im Zaum zu halten.

Was hinter verschlossenen Türen an Verkehrtheit, Brutalität, Perversion und Dergleichen mehr geschieht, ist unsäglich. Menschen quälen sich selbst und andere, auch Tiere zu Tode. Damit konfrontiert, können sie das nicht erklären. Sie sind nicht Herr ihrer selbst.

Seelisch verwahrloste Menschen werden leicht zur Beute von Dämonen, die an ihrer instabilen Verfassung gerne partizipieren und sie verstärken, bis jegliche Ordnung und Integrität zerstört ist.

Der Gerasener hatte Kraft, ja, übermenschliche Kraft. Obwohl er so kaputt war, unterstützen die Dämonen sein Chaos in einer Weise, dass er nicht zu halten war.

Immer beginnt es klein und wird dann groß. Menschen resignieren und geben sich auf – und die Dämonen übernehmen. Es ist ganz leicht. Vielleicht „funktionieren“ sie partiell noch, so dass niemand Fragen stellt. Dann isolieren die Dämonen den Menschen, so dass es bald auch gar niemanden mehr gibt, der sie kennt.

Leider ist der entmenschlichte Mensch das Ziel nicht weniger Ideologien, die alles andere als „echte Menschen“ brauchen können. Die auch kein Gewissen haben und keine Tugenden fördern. Menschen sollen Marionetten und Statisten in ihrer Ideologie sein – nur bitte keine Menschen. Das sind dämonische Regime. Wir finden sie überall. Sie nehmen Millionen Opfer in Kauf, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Ihre Menschenverachtung ist umfassend und nur als teuflisch zu bezeichnen.

Also gilt es für uns, auf uns zu achten! Unser Leben wertzuschätzen und mit Gott zu einem Heiligtum auszubauen, zu einem Ort höchster Menschlichkeit, voller Glauben, Hoffnung und Liebe, voller Gerechtigkeit, Frieden und Freude im Heiligen Geist. Das alles beginnt in uns bei unseren Gedanken und bei unseren Gefühlen. Worauf richten wir unsere Aufmerksamkeit, welche Gedanken unterhalten wir? Wie viel Furcht lassen wir zu und wo bleibt die Liebe? Unser Innenleben gleicht einem Acker. Welche Saat nehmen wir auf und welche weisen wir ab? Wie machen wir das?   

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