Wie viel Dämonisierung geht? Teil 2

Als er aber Jesus sah, schrie er auf und fiel vor ihm nieder und sprach mit lauter Stimme: Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, Sohn Gottes, des Höchsten? Ich bitte dich, quäle mich nicht. (Lukas 8,28)

Interessant, dass die Dämonen an verschiedenen Stellen in den Evangelien klar und deutlich sagen, wer Jesus ist. Sie wissen es genau und sie schreien auf und wollen nicht gequält werden. Als würde Jesus jemanden quälen… Sie selbst sind ja die Quälgeister.

Die Menschen erkennen Jesus nicht, die Dämonen schon. Was sagt das über uns? Wie geistlich betäubt sind wir, dass wir nichts von Jesus merken, während selbst die Dämonen aufschreien, niederfallen und bekennen, wer er ist! Welches Licht wirft das auf unsere Gemeinden, wo die Dämonen in der Regel nicht belästigt werden, sondern maßgeblich mitbestimmen, was läuft?

Die dämonischen Einflüsse werden heute gern psychologisch erklärt und je nachdem medikamentös gedämpft bzw. „behandelt“. Man setzt die Leute einfach unter Drogen! Dagegen haben die Dämonen an sich nichts einzuwenden…

Da von der Gegenwart Jesu so wenig vorhanden ist, fühlen die unreinen Geister sich in der Kirche nicht bedroht und niemand schreit, fällt nieder und bekennt bzw. anerkennt Jesus in unserer Mitte. Nicht einmal die Gemeindemitglieder tun das. Was würden wir damit auch anfangen? Wie würden wir damit umgehen? In unserer Vorstellung eines „guten“ Norm-Gottesdienstes kommt so etwas nicht vor. Vielleicht meinen wir, alle Christen seien grundsätzlich frei von Dämonen? Oder in Kirchen/Gemeinden würden die bestimmt nicht gehen? Das halte ich für einen Irrtum.

Was macht dann viele Christen im Lobpreis so bleiern müde und lenkt sie zwanghaft ab? Wer blockiert selbst das einfachste Bibelverständnis? Wer plappert in ihnen rund um die Uhr negative Gedanken voller Furcht, Zorn, sich Vergleichen, Tratsch und Selbstablehnung, manchmal sogar Lästerungen? Wer spielt auf ihren Gefühlen Klavier, so dass Depression, Mutlosigkeit und Friedlosigkeit vorherrschen, anstatt Glaube, Hoffnung und Liebe? Wer denkt in ihnen, wer fühlt in ihnen? Wer regiert ihre Innenwelt und wer spricht aus ihnen? Ist all das wirklich Jesus? Wie herrlich wären unsere Gemeinden, wenn dem so wäre?

Die Frage ist: Wenn wir denken und fühlen, was wir selbst nicht denken und fühlen wollen und Jesus auch nicht will, wer will es denn dann?

Wir erfahren, dass in diesem Mann nicht nur ein Dämon wohnte, sondern eine ganze Legion. In Markus 5 wird uns berichtet, dass die Schweine, in die zu fahren Jesus den Dämonen erlaubte, „etwa zweitausend“ Stück zählten. So viele?! Das wirft die Frage auf, wie viele fremde Entitäten in einem Menschen wohnen können?

Meiner Meinung nach sind Dämonen sehr viel verbreiteter, als wir meinen. Sie verstecken sich gut und dominieren die Seelen der Menschen unauffällig aber stetig. Ich habe noch keinen Menschen kennengelernt, wo das nicht der Fall ist. Alle sind schlicht an ein Maß von Dämonie gewöhnt. Meiner Ansicht nach haben wir in einer gefallenen Welt logischerweise alle ganz allgemein damit zu tun und es ist keine seltene Ausnahmeerscheinung, dass Dämonen Menschen besetzen. Bei diesem Gerasener war es sehr spektakulär, dass sogar wir erkannt hätten, dass da was nicht stimmt, aber wie ist es mit den anderen Gerasenern, die Jesus wegschicken? Wer schickt Jesus weg? Sind das wirklich sie selbst oder sind es die Dämonen in ihnen?

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