Lampen Gottes

Niemand aber, der eine Lampe angezündet hat, bedeckt sie mit einem Gefäß oder stellt sie unter ein Bett, sondern stellt sie auf ein Lampengestell, damit die Hereinkommenden das Licht sehen. (Lukas 8,16)

Nahtlos setzt sich das Gleichnis vom Sämann weiter fort mit dem der Lampe.

Uns mutet es vielleicht etwas „albern“ an, dass Jesus uns hier etwas so Selbstverständliches sagt. Wir wissen, wofür eine Lampe da ist und verstehen, mit ihr umzugehen. Unter ein Bett würden wir sie nicht schieben und auch nicht in ein Gefäß tun und dieses zudecken. Das entspräche nicht dem Sinn der Sache und wäre sogar gefährlich, wenn es sich um ein brennendes Licht handelt, wie das damals in Form von Öllampen üblich war.

Immer noch geht es um unseren Umgang mit dem Wort Gottes, welches aus unserem Herzen heraus hundertfältig Frucht bringen will. Nun vergleicht die Bibel an vielen Stellen das Wort Gottes mit einem Feuer und Licht auf unserem Weg (Psalm 119,105). Wo will Gott dieses Feuer entzünden? In uns! Was macht das aus uns? Lampen! Genauer gesagt: Öllampen, denn der Heilige Geist ist das Öl in unserer Lampe, so dass ihr Docht nicht  verbrennt, sondern das Öl in dem Docht brennt und wir wie einst der Dornbusch des Mose brennen, aber nicht verbrennen und aus uns heraus das Wort Gottes geschieht.

Zu Anfang unseres Christseins geht alles darum, dass unser zerbrochenes menschliches Gefäß wie die Scherben der Öllampe wieder gesammelt und recht zusammengefügt wird. Dies ist in der Regel ein langer Prozess innerer Heilung und wir können noch kaum Öl halten und nicht lange brennen. Aber es wird besser! Schließlich werden wir ein „dem Hausherrn nützliches Gefäß“ und eine Lampe, die anhaltend brennen kann. Dann ist unser Leben unvorstellbar viel kraft- und wirkungsvoller, als am Anfang unseres Weges der Jüngerschaft. Wenn wir diesen Prozess nur begreifen würden. Es könnte uns so viele Zweifel und Nöte ersparen!  

Ja, es gibt Christen, die – kaum sind sie bekehrt – „on fire“ sind und rasch ausbrennen. Das kann sehr irritierend sein, wenn man das Bild der Lampe nicht begreift. Wenn wir es aber verstehen, haben wir eine gute Orientierung, eine Prozess-Beschreibung und auch noch eine Offenbarung unserer Identität als Mensch: Wir sind Lampen Gottes an dunklen Orten.

 Wenn wir aufscheinen, dann wird alles um uns her in Licht getaucht und sichtbar, wie und was es ist. Selbst eine kleine Flamme kann einen ganzen Raum erhellen. Das führt dann zu ganz neuen Möglichkeiten, aber auch ganz neuen Herausforderungen, denn „die Menschen lieben die Finsternis mehr als das Licht“. Im Dunkeln kann man sich viel vormachen, nicht so im Licht. Die Wahrheit ist immer ein Skandal. Menschen können unsere Gegenwart unerträglich finden und wissen selbst nicht, warum. Die Finsternis in ihnen fühlt sich bedroht von dem Licht in uns.

1 comment for “Lampen Gottes

  1. Marianne
    7. April 2020 at 10:58

    Das Licht unter den Scheffel stellen kann man auch, indem man nicht glauben kann (für sich), dass wir tatsächlich Licht sind – durch Jesus Christus in uns. Der eigene Minderwert ist dann so ein ‚Scheffel‘, der uns hindert, das Licht scheinen zu lassen

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