Das erstickte Leben

Und anderes fiel mitten unter die Dornen; und indem die Dornen mit aufwuchsen, erstickten sie es. (Lukas 8,7)

Die Erklärung zu diesem dritten Aspekt der Aussaat des Wortes Gottes auf verschiedene Untergründe, die dafür sorgen, dass es nicht aufgeht und keine Frucht bringt, findet sich in Vers 14:

Das aber unter die Dornen fiel, sind die, welche gehört haben und hingehen und durch Sorgen und Reichtum und Vergnügungen des Lebens erstickt werden und nichts zur Reife bringen.

Natürlich konfrontiert uns das mit der Frage, wie es um diese drei Bereiche in unserem Leben bestellt ist? Sorgen spielen die erste Rolle oder Geige in diesem Vers. Was Sorgen in unserem Leben anrichten, ist unaussprechlich. Wie viel Lebenskraft dadurch geraubt wird, wieviel Freude und Frieden verdrängt werden, das ist unermesslich. Ganze Familien und selbst Gemeinden stehen kollektiv unter einer Art „Sorgengeist“, einer allgemeinen Depression, die nur noch Probleme und Schwierigkeiten sieht.

Als Christen wissen wir, dass wir alle Sorgen auf den Herrn wälzen sollen, denn er ist besorgt für uns (1 Petr 5,7), aber das braucht Glauben… und zwar einen entschlossenen Glauben! Sorgen sind ja so aufdringlich! Sie plappern ungefragt in unsere Gedanken und Gefühle hinein und wollen sie dominieren. Wie sehr lassen wir das zu? Wo sagen wir entschieden „Nein!“?

„Reichtum“ hat direkt mit Sorgen zu tun, denn ob wir viel oder wenig haben ist für existentielle Sorgen ganz egal. Sobald wir unser Leben auf unsere Habe gründen und abhängig machen von Geld, fängt Mammon uns ein und steckt uns in seine Tretmühle, sein Hamsterrad, in dem wir uns rund um die Uhr mit dem „Geschäft“ abgeben und uns immer mehr daran verlieren. Bis wir ersticken.

Die „Vergnügen“ schließlich, unser Entspannungs- und Konsumverhalten, unser Selbstbelohnungs-System mit allerlei Genußmitteln, Spiel und Unterhaltung können uns leicht den Rest von unserer Zeit und unserem Leben stehlen. Wie getrieben sind wir Befriedigungen hinterher, die uns dann doch nicht so nachhaltig erfreuen, wie es den Anschein hatte?

Dieses Programm von Sorgen, Reichtum und Vergnügen füllt bei den meisten Menschen ihr ganzes Leben aus – und frisst es komplett auf! Ein solches Leben hat keine Perspektive, als bis zum Ende so weiterzumachen und „gut durchzukommen“. Es ist deprimierend, denn das wirkliche und eigentliche menschliche Leben wird diesem Programm geopfert. Das wirkliche Leben ist größer als Sorgen und Reichtum und Vergnügen, so viel höher wie der Himmel höher als die Erde ist.

Die unendliche Verschwendung menschlichen Potentials für „Essen und Trinken“ ist unsäglich, eine Tragödie sondergleichen. Leider dreht sich unsere ganze westliche materialistische Kultur um diese Tragödie, die sie als großen Fortschritt und „Glück“ feiert. Seltsamer Weise stehen unsere „gesegneten“ Länder im Glücksindex ganz weit unten. Wesentlich ärmere Länder stehen im Vergleich viel besser da. Wie kommt das?

Da sie nicht so viel haben und sich dann um diese geringe Habe auch nicht so viele Gedanken und Sorgen machen müssen, wie wir, haben sie häufig ein viel besseres Familienleben, weil sie einander brauchen und zusammenhalten. Auch haben sie ein ganz anderes Verhältnis zu Zeit und Arbeit als wir. Wir können es uns leisten, zu ersticken…

Jesus möchte ewige, mächtige, überaus wirkungsvolle, erfüllende, erleuchtende, bedeutungsvolle, göttliche Worte in unser Inneres legen. Dafür brauchen wir Aufmerksamkeit und Sammlung, „Ohren, um zu hören“. Dafür brauchen wir Zeit und Raum. Auch Wertschätzung und Entschlossenheit, die Gnaden-Saat ins uns zu verwahren und mit Gebet und Darüber-Nachdenken auszutragen, bis sie ihre Frucht bringt – in uns und aus uns heraus. Dann erleben wir die einzigartige Kraft unseres Herzens, dann werden wir in eine Qualität von „Vergnügen“ und „Reichtum“ eintreten, die unsere kühnsten Träume übersteigt. Dann können wir atmen…

Der Heilige Geist wird uns helfen, unser Herz zu entrümpeln und in eine wahre Empfänglichkeit zu versetzen, die das Wort Gottes aufnimmt und austrägt und zur Geburt bringt.     

1 comment for “Das erstickte Leben

  1. Kerstin
    2. April 2020 at 19:15

    Hallo Frank! Mal wieder hast du es so gut auf den Punkt gebracht! Hat mich echt berührt! Vielen Dank für deine Tagesgedanken, die du mit uns teilst!

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