Menschen des Augenblicks

Und anderes fiel auf den Felsen; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. (Lukas 8,6)

Das Gleichnis vom Sämann (Gott) und der Saat (sein Wort), die er auf uns bzw. in uns hinein sät, wird fortgesetzt durch ein weiteres Beispiel, wie die Saat NICHT in der vom Sämann gewünschten Weise aufgeht.

Hierzu erklärt Jesus in Vers 13, dass es sich bei dieser Art um Leute handelt, die das Wort begeistert aufnehmen, aber das Wort kann keine Wurzeln in ihnen schlagen, weil die Feuchtigkeit fehlt. „In der Zeit der Versuchung fallen sie ab“ heißt es dort. In der Parallele in Matthäus 13,21 lesen wir, dass dieser Typ „Mensch des Augenblicks“, unter Druck „Anstoß nimmt“. Er will die positiven Ergebnisse haben, aber Wachstumsschmerzen, Stress mit Angehörigen und Freunden, die ihn wegen seines Glaubens angreifen, Anfechtungen des Feindes mit Verwirrung und Zweifeln, das ist ihm zu viel und so hatte er sich das nicht vorgestellt.

Sicherlich gibt es gerade heute von diesen „Menschen des Augenblicks“, die sich schwer tun mit Langfristigkeit, Geduld und Konzentration auf ein Ziel hin, sehr viele. Aber das geistliche Leben ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Es geht nicht darum, mal zu laufen, sondern ein Läufer zu werden.

Die Stresstoleranz ist mit der Konsumgesellschaft, wo alles „on demand“ ist, auf ein Niveau von „Genuss jetzt – zahlen später“, gesunken. Ausbildungen und Studiengänge, die Jahre dauern, werden angefangen und abgebrochen, weil es zu anstrengend ist und die Motivation nachlässt.

Wenn es um das spirituelle Leben geht, glauben die Menschen, sie könnten eine Operation am offenen Herzen  durchführen, nur weil sie in einem Traum gesehen haben, wie es geht. Oder sie glauben, sie hätten sich ihrem Pastor hingegeben, weil sie sich in seiner Gegenwart so gut fühlen. Oder sie glauben, ein profundes Verständnis für den spirituellen Weg zu haben, weil sie ein paar Bücher gelesen haben und Sätze nachplappern können wie: „Sei im Hier und Jetzt“. Solche Anmaßungen entsprechen einem Studenten, der versucht, eine Transplantation durchzuführen, weil er im ersten Semester einen Film darüber gesehen hat. (M. Caplan)

Das Wort Gottes – sowohl das geschriebene in der Bibel, als auch das prophetische Wort, als auch die tägliche Inspiration des Heiligen Geistes – will ständig bedacht und im Herzen bewegt werden. Dass wir heute wegen der Überfülle an Angeboten des Wortes, insbesondere durch das Internet, trotz Mengen an Saat geistlich verhungern, liegt an der Beschaffenheit unseres inneren „Bodens“. Auf Menschen des Augenblicks kann ja so viel gesät werden, wie nur will, es nutzt doch nichts. Ja gerade das Gegenteil wäre gut für sie: wenig Saat – und dabei bleiben. Wenigstens etwas zur Reife bringen, dass wäre wunderbar.

Sowohl der Typ 1 von Mensch, der zu oberflächlich und innerlich zu hart ist, als auch der Typ 2, der zwar gerne mitmacht, wo was geboten wird, aber nicht bereit ist, sein Leben zu verändern und dem Wort mehr Raum zu geben und auch zu akzeptieren, dass der Glaube ihn was kostet, bringen die Saat nicht zur Reife und Frucht. Grade die Augenblicksmenschen wollen schnelle Ergebnisse, Erfolge und direkt die Frucht des Wortes sehen, aber so funktioniert es nicht. Daran nehmen sie Anstoß.

Sie verschlingen je nachdem gerne die Früchte von anderen, um selbst keine bringen zu müssen. Sie können in einer Gemeinde voller Begeisterung an allem teilnehmen und mitnehmen, was es gibt, aber dann ziehen sie weiter zu neuen Weidegründen… Sie können geradezu parasitär sein.

Zudem können sie richtig bitter werden, wenn es nicht so läuft, wie sie sich das vorgestellt haben. Ihre anfängliche Euphorie schlägt dann um in zunehmende Kritik bis hin zur offenen Verachtung.       

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