Wie hören wir?

Der Sämann ging aus, seinen Samen zu säen, und indem er säte, fiel einiges an den Weg, und es wurde zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen es auf. (Lukas 8,5)

So beginnt das Gleichnis vom Sämann. Weiter unten führt Jesus gegenüber seinen Jüngern aus, dass der Same das Wort Gottes ist und an dem Weg, das sind Leute, die das Wort zwar hören, dann aber kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihren Herzen weg, dass sie nicht glauben und errettet werden (8,11b-12).

Diese Menschen kommen also mit dem Wort in Berührung, sie empfangen es aber nur sehr oberflächlich, bis in ihr Herz dringt es nicht vor. Es bleibt „im Kopf“ hängen. Sie nehmen es nicht persönlich. Ja, man hat eine Predigt oder was gehört, aber kommt gar nicht auf die Idee, dass es um Große Dinge geht, wie Leben und Tod, Zeit und Ewigkeit. Man ist informiert, aber mehr auch nicht. Dafür aber ist das Wort nicht da. Jesus sagt in Joh. 6,53 seine Worte seien „Geist und Leben“. Das ist viel mehr als eine religiöse Information.

Und noch mehr, verheißt Jesus uns, „wenn seine Worte in uns bleiben, werden wir bitten, was wir wollen, und es wird uns geschehen“ (Joh 15,7). Oha! Alles kommt also darauf an, dass wir die Worte aufnehmen und in uns behalten. Mehr müssen wir an sich nicht tun. Denn das Wort hat als Same in sich selbst alle Voraussetzungen sowie das Potential, um aufzugehen und seine Gestalt zu bilden, die dann ihre Frucht bringt. In der Natur sehen wir dieses Prinzip ja überall. 

Der Teufel will, dass wir das Wort, so schnell wir es empfangen haben, so schnell auch wieder vergessen. Unsere Aufmerksamkeitsspanne ist kurz, wir können kaum eine ganze Predigt „durchhalten“ und bei der Sache bleiben. Unauffällig checken wir das Handy auf Nachrichten und schreiben eine kurze SMS. Unsere Gedanken wandern hier und dorthin, wir sind zerstreut und unkonzentriert. Ehe das Wort eindringen kann, was schon wegen der Oberflächlichkeit und Härte des Herzens kaum möglich ist, kommen auch noch die „Vögel des Himmels“ und nehmen es weg.

Sie sind ein Sinnbild für den Teufel, der nicht will, dass unser Herz mit der Saat des Himmels erfüllt wird und dann diese Saat aufgeht und ihre Frucht hervorbringt – aus unserem Herzen heraus in die sichtbare Welt hinein, die dann Göttliches zu sehen bekommt. Durch uns. Niemals wird sie ihn durch eine Predigt zu sehen bekommen. Immer nur durch verwandelte Menschen, die ihr Herz hingegeben haben. Die zeternden Vögel sind ein gutes Sinnbild für die unzähligen plappernden Gedanken, die auf uns einströmen und dermaßen zerstreuen, dass wir unmöglich aufmerksam und gesammelt zuhören oder mit voller Präsenz die Bibel lesen können.

Also sollten wir sehr genau darauf achten, wie wir hören. Wenn wir nur hören um des Hörens willen, dann betrügen wir uns selbst, wie Jakobus 1,22 sagt. Umgekehrt werden wir dort erneut „glückselig“ gepriesen, wenn wir das Wort in unserem Herzen bewahren und zu seiner Zeit hervorbringen – in der Tat. Das ist ein Prinzip biblischen Glaubens.

Wenn wir das Wort zu TUN versuchen, ohne es in unserem Herzen zu tragen, dann funktioniert es nicht und es kommt der reine religiöse Krampf dabei heraus.

Alles liegt daran, dass es IN UNS ankommt und dort seine Wurzeln schlagen und aufgehen kann. Dann wird es sich uns in einer völlig anderen Art und Weise erschließen, als wenn wir es nur mit dem Verstand hören und dann auszuführen versuchen. So wie WIR uns das vorstellen, aber nicht wie das WORT selbst es uns offenbart – in unserem Herzen.

Die Selbstoffenbarung des Wortes durch den Heiligen Geist lässt uns das Evangelium und das Reich Gottes so vollkommen anderes verstehen und erfahren, als es die christliche Dogmatik unserer Kirchen tut, dass wir die gleichen Probleme mit den Schriftgelehrten bekommen, wie Jesu sie hatte. Er verkörperte und verkündete das Evangelium in Erweisung des Geistes und der Kraft. Bei ihm ging es nicht um eine weitere Auslegung, sondern um die Erfüllung, die Manifestation und die Realisierung des Wortes.       

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