Mein Kreuzweg, Station 1: VERRAT

Selbst mein Freund, auf den ich vertraute, der mein Brot aß, hat die Ferse gegen mich erhoben. (Psalm 41,10)

Verrat ist eine schwere Bürde, eine bitter Erfahrung. Dass Jesus von seinen Jüngern verraten wird, das ist für alle Christen eine sehr bestürzende und herausfordernde Angelegenheit.

Wir stellen uns gerade das Abendmahl als ganz besonders heilige Zeremonie vor, aber sie beginnt mit Verrat (Judas) und endet mit der Ankündigung von noch mehr Verrat (Petrus). Zwischendrin streiten die Jünger am Tisch darüber, wer von ihnen der Größte ist!

Es ist zum Schreien und völlig grotesk. Die Jünger waren dermaßen desillusioniert und fertig mit den Nerven, dass sie schon kaum mehr bei der Sache waren, als Jesus in den Garten von Gethsemane ging, sondern trotz mehrmaliger und dringender Ermahnung, doch zu beten, komplett „abschalteten“ (einschliefen). So blieb Jesus in der schweren Stunde ringenden Flehens, bis sein Schweiß wie Blut wurde, allein. War das nicht auch Verrat?

In der ganzen Passionsgeschichte glänzen die Jünger mehrheitlich durch Abwesenheit und Distanz. Jesus muss diesen Weg alleine gehen. Die Wucht des von der Finsternis angestachelten Zornes der Schriftgelehrten und Pharisäer, der Priester und Oberen traf ihn gnadenlos, Schlag auf Schlag.

Ja, das Imperium schlug zurück und machte aus Jesus den Staatsfeind Nummer eins. Ihn, „der umherging und wohltat und alle heilte, die von dem Teufel überwältigt waren, denn Gott war mit ihm“ (Apg 10,38).

Wollen wir ein geistliches Leben führen und im Licht wandeln, geht es nicht umhin, uns der Frage nach dem Verräter in uns zu stellen.

(Aus meinem neuen Titel „Ohnmacht & Triumph “. Dieses Buch möchte uns auf eine sehr persönliche Weise auf den Weg der Passion Christi mitnehmen. Dieser entscheidende Abschnitt im Leben und Sterben Jesu will unser Herz verändern und unsere Beziehung zu Jesus vertiefen. Alle Infos zum Buch HIER)

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