Bekehrung und Wiedergeburt

Denn ich sage euch: Unter den von Frauen Geborenen ist kein größerer Prophet als Johannes der Täufer;  aber der Kleinste in dem Reich Gottes ist größer als er. (Lukas 7,28)

Man kann auch übersetzen: „Innerhalb der von Frauen Geborenen…“ Da ist ein Bereich, in dem Johannes der größte Prophet ist, aber wer den Weg geht, den er weist, wer durch die Taufe der Buße geht und zu Jesus kommt, der empfängt eine größere Taufe, die kein Prophet innerhalb der ersten Ordnung geben kann. Sie geht einher mit einer Geburt hinaus aus dem Bereich der von Frauen Geborenen und hinein in den Bereich der vom Geist Geborenen. Das sind zwei ganz unterschiedliche Geburten. Jesus spricht darüber mit dem Schriftgelehrten Nikodemus in Johannes, Kapitel 3.

„Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes eingehen.“ (Joh 3,5)

Nikodemus versteht nur „Bahnhof“, er kennt eben nur die eine Geburt und kann die andere nicht einmal denken.

In beiden Geburten geht man von einem Bereich hinüber in einen anderen. Es gibt auch kein Zurück, wenn man einmal über die Linie gegangen ist. Der Muttermund schließt sich, die Nabelschnur wird gekappt.

Das Neugeborene der Frau geht aus ihrer Gebärmutter hinaus in die Welt, die unvergleichlich viel größer und ganz anders ist, als die Welt im Mutterleib. Werden wir vom Geist geboren, dann gehen wir wiederum hinüber in einen viel größeren und ganz anderen Bereich, das Reich Gottes. Es wird unser neues „Normal“. Wir gehören nun ganz dort hin und dort dazu. Wir lernen, dort zu leben, denn wir können gar nicht anders.

Ein Mensch ist nach dieser Geburt, selbst wenn er „der Kleinste“ ist, doch dem Propheten auf der anderen Seite unendlich überlegen. Weil das Reich, der Himmel, in dem er nun zuhause ist, dem Reich, in dem er zuvor zuhause war, der Welt, unendlich überlegen ist. Es hat nichts mit ihm persönlich zu tun, dass er nun größer als Johannes ist, sondern alles mit dem HerrschaftsbeReich Gottes und der Geburt in es hinein.

Nun scheinen viele Christen diese Geburt noch gar nicht erfahren zu haben. Ich weiß, die Aussage ist schockierend, aber schauen wir uns die Fakten an. Sie verstehen genauso nur „Bahnhof“ wie Nikodemus. Es wird ihnen zwar versichert, weil sie sich bekehrt haben, seien sie auch schon „automatisch“ von neuem geboren, aber es sieht ganz und gar nicht danach aus.

In der neuen Geburt werden wir der Salbung des Christus teilhaftig. Und ja, das ist größer als Johannes, so viel größer der Messias eben ist. Er tauft uns in seinen Geist und in sein Feuer. Wir empfangen neue Kraft, in der wir dem Himmel gemäß leben können – gemeinsam mit Jesus. Das ist keine rein theologische Angelegenheit, die wir „gläubig“ im Gottesdienst abnicken und dann genauso nach Hause gehen wie wir gekommen sind, nein, sondern eine unglaubliche Verwandlung  und Ermächtigung, eine Initiation, der wir „in Christus“ teilhaftig werden, wir stehen von den Toten auf!   

Der Teufel setzt alles daran, uns die Wiedergeburt auszureden. Die Bekehrung reiche doch, um nach unserem seligen Ableben in den Himmel zu kommen, sagt er. Und das stimmt wohl auch. Wofür die Tortur einer Geburt auf sich nehmen, wofür all diese Taufen durchmachen? Jesus angenommen, gerettet, Wassertaufe, Gemeinde, das reicht doch!

Und ja, wir wollen ewig dankbar sein für die Bekehrung und Erkenntnis Jesu als des Gekreuzigten und Erlösers. Aber wie steht es mit Jesus als dem Täufer in den Heiligen Geist und Feuer? Wie steht es mit der Teilhabe an seiner Sohnschaft und Salbung, seiner Herrschaft und Herrlichkeit? Sind wir auf halbem Wege stehen geblieben und haben uns mit einem guten Anfang begnügt, während wir eigentlich weitergehen, nein, weitergeboren werden könnten und sollten hinein in die Fülle des Reiches Gottes bis vor das Angesicht des Vaters?

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