Fundamente

Jeder, der zu mir kommt und meine Worte hört und sie tut … er ist einem Menschen gleich, der sein Haus baute und grub und vertiefte und den Grund auf den Felsen legte; als aber eine Flut kam, stieß der Strom an das Haus und konnte es nicht erschüttern, denn es war auf dem Felsen gegründet. (Lukas 6,48)

Es ist also nicht unsere Bildung, Arbeit und Geld, was unser „Haus“ baut. Nicht bei Jüngern. Das Leben baut sich nicht mit solchen Mitteln, sie sind nur das äußere Beiwerk. Leider legt unsere materialistische Kultur ein überwältigend einseitiges Augenmerk darauf.  Dann kommen die Krisen und stoßen das auf Habe und Äußerlichkeiten gebaute Haus und es ist nichts dahinter. Ein Kartenhaus.

Jünger bauen ihr Lebenshaus ganz anders. Sie KOMMEN und sie HÖREN und sie HANDELN entsprechend dem, was sie hören. Tag für Tag. Sie können viel oder wenig haben, satt sein oder hungern, erniedrigt oder erhöht sein, sie vermögen alles durch den, zu dem sie gekommen sind und dessen Wort sie hören. Auf dessen Gegenwart und dessen Worte sie ihr Leben bauen (vgl. Phil 4,12-13). Es gewinnt eine Tiefe und ein Fundament, das ungeheuer belastbar ist. Jüngerschaft und Oberflächlichkeit sind unvereinbar miteinander. Der Herr geht immer mit uns hinab an die Wurzeln und in unsere Tiefe, die den meisten Menschen völlig unbewusst und verborgen ist.

Ist indes die Tiefe geklärt und gefügt, gereinigt und geheilt, kann auch die andere Seite, das Wachstum und Bauen in die Höhe und Weite funktionieren, ohne bei einem Sturm oder eine Flut zu kollabieren.

Die meisten Menschen müssen leider in der Mitte ihres Lebens durch diesen Zusammenbruch ihres Hauses hindurchgehen, um zu erkennen, dass sie ohne Wurzeln und Fundamente gebaut haben. Oder dass sie die falschen Materialien eingesetzt haben. Viele Lebenshäuser müssen komplett abgerissen und neu gebaut werden, weil nichts stimmt und nichts passt. Es ist auf Lüge und Schein gebaut, auf falsche Hoffnungen und trügerische Sicherheiten.

Für Jünger ist die allgemeine Erfahrung die, dass dieses In-die-Tiefe-Gehen dem In-die-Höhe-Gehen stets vorausgeht und viel Zeit braucht, weil auch viele innere Widerstände dagegen zu überwinden sind. Sie verstehen den Zusammenhang zwischen unten und oben. So hoch wir wollen, so tief wir müssen. Unsere Umgebung, Mitmenschen, häufig auch die Gemeinde verstehen diese Zusammenhänge oft leider nicht und wollen die Tiefe und ihre Dunkelheit stets vermeiden und „wegbeten“.  Alle wollen nur Erfolg haben und weiterkommen. Sie definieren auch Segen ausschließlich so.

Nun, es kann wirklich eine große Geduldsprobe sein und uns schwer zusetzen, wenn wir scheinbar nicht mehr aus der Baugrube herauskommen und nur Dreck sehen und keinerlei Vorankommen oder Aufbau erleben, sondern immer weitere Erd- und Wurzelarbeiten. Wenn wir nur begriffen, wie nötig das ist! Ist die Bodenplatte dann gegossen und sind die Drainagen gelegt, dann endlich beginnt der Aufbau – und dann können wir auch groß und hoch bauen, auch schnell damit vorankommen, denn das Fundament trägt – und das wissen wir auch.

Wir bauen jetzt nach himmlischem Plan und göttlicher Architektur. Wir bauen auf die Gegenwart und die Worte Jesu. Was für ein Leben und was für Ergebnisse (Frucht) dabei herauskommen, das können wir nicht so schnell erkennen, denn so groß und so kreativ haben wir nicht zu denken und zu träumen gewagt. Der Herr baut mit uns ein Heiligtum, auch eine Schule, dann einen Spielplatz und Park, dann Straßen und Brücken, ja, eine ganze lebendige Stadt! Dann vergessen wir die Mühe der Baugrube, dann sind wir vereint mit dem Schöpfer, der eine ewige, pulsierende, erleuchtete Stadt voller Glauben, Hoffnung und Liebe baut. Sie ist so hoch und weit, wie sie tief und breit ist. Ihre Integrität ist so vollkommen wie ihre Identität IN CHRISTUS.      

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