Selige Verfolgung

Glückselig seid ihr, wenn die Menschen euch hassen werden und wenn sie euch absondern und schmähen und euren Namen als böse verwerfen werden um des Sohnes des Menschen willen; freut euch an jenem Tag und hüpft, denn siehe, euer Lohn ist groß in den Himmeln; denn ebenso taten ihre Väter den Propheten. (Lukas 6,22-23)

Das klingt sehr erschreckend, aber nur, weil wir meinen, wenn wir die Worte „euer Lohn ist groß in den Himmeln“ hören, dass dies später sei. Unsere ganze christliche Prägung hat uns den Himmel JETZT ausgeredet und alles Himmlische auf SPÄTER, nach unserem Tod und ins Jenseits verlegt. Unter diesen Umständen haben wir in der Schmähung und Verfolgung schlechte Karten!

Aber bei Jesus, der ja das Vorbild in der Sache ist, der genau den Weg der Propheten geht und entsprechend von den Oberen gehasst, abgesondert, geschmäht und verworfen wird, weil er ihr Spiel nicht mitspielt und ihre Korruption offenlegt, sehen wir den Himmel JETZT. Unentwegt wird Jesus „von oben“ bestätigt und erwiesen, hat übernatürliche Kraft, Liebe und Weisheit, die geradezu von ihm strömen. Er ist sowas von licht und klar, mächtig und präsent, dass die Dämonen schreiend Reißaus nehmen. Nein, da wurde nichts aus SPÄTER verschoben und nicht ins Jenseits verlegt, wo dann die Seligkeit auf die armen Verfolgten wartet. Das ist das „Evangelium der Vertröstung“, wie ich es nenne. Das echte Evangelium aber, das „Evangelium von dem Reich Gottes“ ist immer JETZT. Es gibt gar nichts anderes als HIER und JETZT. Und jeder einzelne Tag ist der Ort und die Zeit, dass das Reich Gottes sich manifestiert in Erweisung des Geistes und der Kraft.

In der Welt wurden wir erzogen, unsere Tage zu vertun mit Nichtigkeit und Geschäft, aber der Heilige Geist und die Gnade Gottes erziehen uns, unsere Tage als heiliges Vehikel für den Geist und Gnade zu erkennen, die sich machtvoll offenbaren und auswirken wollen. Schließlich ist Jesus ALLE Macht gegeben – im Himmel und auf der Erde. (Mt 28,19)

Sobald wir das „Reich Gottes JETZT“ erkennen und uns damit zusammentun, verliert die Bedrängnis der Welt ganz wesentlich an Wirkung auf uns. Wir fühlen uns nicht hilflos daran ausgeliefert, weil Gott weit weg ist, schweigt und uns bis in den Tod hängen lässt, um uns danach zu belohnen. Das tut er auch, aber er tut es auch schon JETZT und HIER, so dass wir mutig sagen können: Der Herr ist mein Helfer! Ich will mich nicht fürchten, was soll mir jemand tun? (Heb 13, 6).

Dass wir uns, anstatt uns zu fürchten, was die irdische und menschliche Reaktion auf Bedrohung ist, FREUEN, das ist eine wirklich übernatürliche Anti-Reaktion. Der Schuss geht nach hinten los! So war es bei den Aposteln, von denen es heißt, nachdem sie vom „Hohen Rat“ geschlagen worden waren und ihnen verboten worden war, in dem Namen Jesu zu reden (!), dass sie „aus dem Hohen Rat hinweg gingen, voll Freude darüber, dass sie gewürdigt worden waren, für den Namen Schmach zu leiden; und sie hörten nicht auf, jeden Tag im Tempel und in den Häusern zu lehren und Jesus als den Christus zu verkündigen. (Apg 5,40-42).  

Dieses Prinzip hat sich bis heute nicht geändert: Die „Hohen Räte“ aller Zeiten und Orte auf Erden schmähen und verwerfen, schlagen und verbieten, und die Jünger aller Zeiten und an allen Orten freuen sich und verkünden Tag für Tag Jesus als den Christus. Und „der Herr wirkt mit ihnen und bestätigt die Verkündigung durch die darauf folgenden Zeichen (Mk 16,20). Die Zeichen werden in Vers 17-18 beschrieben.

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