Kraft der Erfüllung

Und als Jesus mit ihnen herabgestiegen war, trat er auf einen ebenen Platz und eine Menge seiner Jünger und eine große Menge des Volkes von ganz Judäa und Jerusalem und von der Seeküste von Tyrus und Sidon, die kamen, ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden; und die von unreinen Geistern Geplagten wurden geheilt. Und die ganze Menge suchte ihn anzurühren, denn Kraft ging von ihm aus und heilte alle. (Lukas 6,17-19)

Was für ein Wort! Da die verschiedenen Orte aufgezählt werden, woher die Menschen alle kamen, können wir wirklich von großen Zahlen ausgehen, die Jesus hören und anrühren wollten. Da hatten die frisch bestellten Apostel ja eine Menge zu tun! Sicher war die Versammlung nicht nach zwei Stunden vorüber.

Erneut ist dies eine Bibelstelle, die unser Bild von Jesus und von dem, worum es im Evangelium geht und heute immer noch geht – wenn wir nicht ein anderes Evangelium haben -, mächtig herausfordert. Es ist einfach so viel Kraft im Spiel! Jesus predigte mit Kraft, seine Worte unterschieden sich wesentlich von denen der Pharisäer und Schriftgelehrten, wie uns immer wieder mitgeteilt wird. Und dann heilte er nicht nur mit Handauflegung, wie wir es schon gesehen hatten, sondern nun fließt die Kraft nur so von ihm – Ströme lebendigen Wassers – und heilt einfach alle. Mögen es Hunderte oder Tausende gewesen sein. Und auch treibt diese Kraft die unreinen Geister aus, es scheint keine umfangreichen Befreiungsdienste zu geben.

Es ist das Reich Gottes. Und es ist der Dienst des Lebens. Die lebensfeindlichen Kräfte der Krankheit und dämonischen Mächte der Finsternis können dem nicht standhalten, sie kollabieren und fliehen, eine Woge von unvorstellbarem Heil schwappt durch die Menge der Jünger und ebenso des versammelten Volkes. Was für ein Spektakel!

Wir lesen nicht, dass diese Versammlung organisiert worden wäre, vom Ordnungsamt bewilligt und polizeilich abgesichert. Hatte jemand Toilettenwagen bereitgestellt, Frittenbuden gestellt oder was? Wir können davon ausgehen, dass dies alles angesichts der Macht des Reiches Gottes ohne Belang war, die Leute waren nicht zu halten, harrten aus, transportierten ihre Kranken. Sie tauchten in eine andere Wirklichkeit ein, die Jesus präsentierte und demonstrierte. Der Himmel brach in die Welt ein, die Ewigkeit in die Zeit, die Herrlichkeit in das ganze menschliche Elend.

Hatte Gott nicht in Hesekiel 34 versprochen, mit den „treulosen Hirten“ abzurechnen und sich selbst seiner Herde anzunehmen?

„Ich selbst will meine Schafe weiden, und ich selbst will sie lagern, spricht der Herr. Das Verloren will ich suchen und das Versprengte zurückbringen, das Gebrochene will ich verbinden und das Kranke stärken…“ (Hes 34,16)

Da Jesus gekommen, ist die Worte nicht nur vorzulesen und auszulegen, sondern zu erfüllen, handelt er in der entsprechenden Salbung des Heiligen Geistes, um es alles zu vollbringen. Es ist eine Reich-Gottes-Revolution, eine Revolution der Erfüllung, die sicherlich alle unsere kleinen und religiös verzerrten Vorstellungen von dem, was in Lukas 6,17-19 in ganzen drei Versen beschrieben wird, übersteigt. Diese Revolution ist IN CHRISTUS. Er ist der Schlüssel, die Türe und der Weg. Durch ihn kommen auch wir in Berührung mit der Kraft Gottes, die alles zu allen Zeiten so erfüllt, wie das Wort Gottes es sagt.

Natürlich stellt sich die Fragen, wenn wir dies alles nicht erleben und Erfüllung nur ein frommes Wort für uns ist oder auf später einmal vertagt wird, inwiefern wir in Kontakt mit Jesus stehen? Dem echten Jesus, der auferstanden ist, um mit seiner Gemeinde zusammen alles genauso fortzusetzen, wie er es begonnen hat. Die Mission hat sich nicht geändert. Jesus hat sich nicht geändert. Wir aber haben uns geändert und eine Religion erschaffen, die sich christlich nennt, ohne es zu sein. Denn nur einer ist „christlich“ und das ist Christus. Und nur in der engen Beziehung zu ihm können wir gemeinsam mit ihm „christlich“ sein, also wie er. Dann erleben auch wir das Reich Gottes so, wie es geschrieben steht. Eine Religion hat Jesus jedenfalls weder verkündet noch gegründet. Wofür auch? Davon hatten die Volksmengen doch schon genug!       

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