Der wunderbare Weg

Wir setzen unsere Reise durch das Lukasevangelium fort und beginnen das neue Jahr mit einem sehr schönen Titel: „Der wunderbare Weg„. Möge dies ein prophetisches Wort für uns sein, 2020 einen solchen Weg mit Jesus zu gehen und die größere Wirklichkeit des Reiches Gottes sowohl zu erfahren, als auch zu bezeugen. Willkommen!

Als aber Simon Petrus das sah, fiel er zu den Knien Jesu nieder und sprach: Geh von mir hinaus! Denn ich bin ein sündiger Mensch, Herr. Denn Entsetzen hatte ihn erfasst und alle die bei ihm waren, über den Fischfang, den sie getan hatten. (Lukas 5,8-9)

Fishermen & friends waren schwer beeindruckt – nicht von der Predigt Jesu, die er von dem Boot aus dem Volk gehalten hatte, sondern von dem ungeheuren Fischfang, den sie machten. Wir sind es von Petrus ja gewöhnt, dass er nicht zuhört, das werden wir durch das ganze Evangelium immer wieder bestätigt finden.  Aber nun ist etwas so Außergewöhnliches geschehen, dass er in die Knie geht.

Wir können nur mutmaßen, warum ihn gerade das zu der Erkenntnis brachte, er sei ein sündiger Mensch. Aber häufig ist es eine Krise, die Menschen aufweckt und zur Besinnung bringt und auch zu einer veränderten Selbsteinschätzung. Hier ist es einmal eine positive Krise, was ich hoffnungsvoll finde. Nicht immer muss es ein negativer Schicksalsschlag sein. Aber da wir gewohnheitsmäßig nicht auf so ein Wort von Jesus hören, wie es Petrus getan hatte, indem er gegen seine Erfahrung als Fischer auf sein Wort hin die Netze doch noch einmal auswarf und dann den Fang seines Lebens machte, sondern uns dem Wort gemeinhin verweigern, weil es „absurd“ ist, müssen andere Kaliber her, um uns zu erschüttern.

Natürlich wird dann gefragt, warum Gott das zugelassen hat. Erst im Himmel werden wir einmal erfahren, wie oft Gott uns angesprochen hat, aber wir haben nicht zugehört, nichts gemerkt, waren blind und taub für seine Interventionen in unserer lähmenden Routine. Ganz so, wie es Petrus ja auch war, der kaum je einmal zuhörte und begriff, worum es ging. Aber hier hatte er es getan, hier hatte er sich selbst überwunden und der Himmel brach mächtig und wunderbar in seinen Alltag ein. Anscheinend merkte er daran, wie voller Zweifel er „normalerweise“ war, wie abgebrüht und eingeschränkt, wie hart und fertig mit dem Leben.

Durch Jesus wurde ihm eine größere Wirklichkeit eröffnet und damit eine andere Möglichkeit, zu leben, offeriert. Was sollte er damit anfangen? Er wollte es wegdrücken, zu schön, um wahr zu sein, war dies alles. Wie denn könnte solch ein Einzelereignis zu einem wunderbaren Weg werden? Aber Jesus ging nicht einfach weg und ließ Petrus in seinem Boot sitzen. Er gab ihm die Gelegenheit, bei ihm zu bleiben – und er würde ein  Zeuge der größeren Wirklichkeit des Reiches Gottes werden.

„Fürchte dich nicht, Petrus! Von nun an wirst du Menschen fangen.“ Und als sie die Boote ans Land gebracht hatten, verließen sie alles und folgten ihm nach. (Lk 5,10-11)

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