Das Gesetz des Herrn

Und als die Tage ihre Reinigung nach dem Gesetz Mose vollendet waren, brachten sie ihn (Jesus) nach Jerusalem hinauf, um ihn dem Herrn darzustellen – wie im Gesetz des Herrn geschrieben steht. (Lukas 2,22-23a)

In diesen und den folgenden Versen wiederholt sich der Hinweis auf das Gesetz Mose bzw. des Herrn ganze fünf Mal, das muss uns auffallen. Anscheinend ist das sehr wichtig und so finden wir in Galater 4,4-5 den Hinweis:

Als aber die Fülle der Zeit kam, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau, geboren unter Gesetz, damit er die loskaufte, die unter Gesetz waren, damit wir die Sohnschaft empfingen.

Es gibt immer wieder Christen, die betonen, dass Jesus ja alles, was er tat, als Sohn Gottes tat und deswegen können wir niemals seine Werke tun – auch wenn Jesus das behauptet. Aber in Wahrheit wurde Jesus uns in allem gleich gemacht (Phil 2,7; Heb 2,17; 4,15) legte seine Göttlichkeit ab und wurde als Mensch erfunden (der „Menschensohn“), damit er uns von dem Gesetz erlösen konnte, in dem er es erfüllte/vollendete/seine Anklagen gegen uns am Kreuz abgegolten und uns freigekauft hat für seine Position jenseits des Gesetztes: die Position des Sohnes. Wow!

Wenn wir Jesus annehmen, wenn wir die durch ihn bewirkte Erlösung empfangen, dann sind wir frei vom Gesetzt. Aber nicht, um eben einfach frei zu sein, sondern um in die Sohnschaft einzutreten. Viele verstehen die „Befreiung“ durch Jesus ganz falsch, kämpfen ihr Leben lang „in Jesu Namen“ gegen den Teufel, die Welt und die Dämonen, aber haben sie die Erlösung denn wirklich bestimmungsgemäß angewandt und sind in die Sohnschaft eingetreten?

Also bist du nicht mehr Sklave sondern Sohn. (Gal 4,7)

Solange wir nicht in die Sohnschaft eintreten, empfangen wir nicht den Geist des Sohnes, in dem wir rufen: „Abba, lieber Vater!“ (Gal 4,6) und sind weiterhin als Unmündige versklavt unter die Elemente der Welt (Gal 4,1-3). Ich fürchte, weite Teil der Christenheit befinden sich genau in diesem Zustand.

Ich empfehle, Galater 4 schön langsam und betend zu lesen – immer mit der Frage an den Heiligen Geist, was davon in meinem Leben wirklich realisiert ist.

Das Gesetz ist für die Waisenkinder, die Adamssöhne, die „selbst sein wollen wie Gott“. Für die Erlösten, die in Christus seiner Sohnschaft teilhaftig sind (weil Jesus ihre Waisenschaft, Unmündigkeit und Versklavung unter das Gesetzt und die Elemente der Welt völlig geteilt und in sich beendet hat), gilt, dass sie den Geist der Sohnschaft empfangen. Sie richten sich nicht mehr nach dem Gesetz des Mose, sondern nach dem Geist des Herrn. DAS ist der Unterschied, und das ist ganz etwas anderes. Denn wo der Geist des Herrn ist, ist Freiheit. (2 Kor 3,17). Was für eine Freiheit? Die des Sohnes. Worin besteht die? Mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anzuschauen und in sein Bild verwandelt zu werden von Herrlichkeit zu Herrlichkeit durch den Geist (2 Kor 3,18).

Viele Christen wollen alles vermischen: Gesetz und Freiheit, Sklaverei und Sohnschaft. Darum erleben sie sich als so schrecklich zerrissen, denn wie soll es sich schon anfühlen, Sklave und Sohn zugleich zu sein? In Wahrheit gibt es da nur ein Entweder-oder. Wie soll man gebunden und frei zugleich sein? Dem Gesetz und dem Geist zugleich folgen?

Christus ist das Ende des Gesetzes, jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit. (Römer 10,4)

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