Herzensgeheimnisse

Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen. (Lukas 2,19)

Maria erfuhr von den Hirten die Worte, die der Engel ihnen gesagt hatte. Inzwischen hatte Maria ja schon so einiges von den Engeln zu hören bekommen, aber auch durch Menschen, die erfüllt vom Heiligen Geist über ihr Kind prophezeiten. Das sollte sich in Kürze bei der Beschneidungszeremonie Jesu im Tempel durch den gottesfürchtigen Simeon und die Prophetin Hannah fortsetzen.

Maria bewegte die Worte nicht nur im Kopf, wo der zweifelnde Verstand gerne alles auseinandernimmt und eben „verstehen“ will. Nur das kann er gelten lassen. Ganz anders das Herz. Es „denkt“ ganz anders als der Verstand: ganzheitlicher, umfassender, intuitiver.

Vertrauen ist eine Oase des Herzens, die von der Karawane des Denkens nie erreicht wird. (Kahlil Gibran)

Unser Herz gleicht einer geistlichen Gebärmutter, es kann die Worte Gottes „austragen“.

Unser Herz ist die Schnittstelle zwischen Himmel und Erde. Die Inspiration von oben wird aufgenommen und umgesetzt auf Erden.

Der Teufel möchte verhindern, dass die Worte Gottes unser Herz erreichen, sondern schon zuvor vom Verstand als unvernünftig ausgefiltert werden. Wenn wir uns die ganze Geschichte dieser Geburt des Messias anschauen, dann liegt sie komplett jenseits von Vernunft, Logik und Rationalität. Wir hätten es niemals so gemacht, wie Gott es gemacht hat! Die Klugen und Gelehrten, die Akademiker, die alles besser wissen, waren auch nicht in jenen Stall gekommen. Eines der größten Ereignisse in der Geschichte der Menschheit ging an ihnen vorüber.

Kommt das Wort doch durch den Filter der Vernunft hindurch, dann ist die Frage, ob unser Herz nicht zu hart ist, um das Wort aufzunehmen und nicht zu abgelenkt. Die Bibel fordert uns auf, unser Herz zu hüten „mit allem Fleiß, denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens” (Spr. 4,23). Sie entspringt nicht im Kopf und auch die Liebe Gottes wird vom Heiligen Geist nicht in unseren Kopf ausgegossen, damit wir alles darüber wissen, sondern in unser Herz (Rö 5,5), damit wir sie leben.

Je weniger Zugang wir zu unserem Herzen haben, desto weniger bemerken wir von der Liebe Gottes, obwohl sie immer da und uns nah ist; und desto weniger hören wir seine Stimme, obwohl sie unaufhörlich zu uns spricht. Viele betteln geradezu im Gebet, doch einmal Gottes Wort zu „hören“, aber sie nehmen nichts wahr, weil ihr Herz „dicht“ ist.

Ein anderes Problem ist, dass wir das Wort, ehe es uns ins Herz gefallen ist, vergessen. Alle geistlichen Menschen wissen um die dämonische Waffe des Vergessens. Es kann sehr mächtig sein, so dass wir uns wirklich nichts merken können, keine Minute lang, sobald es sich um Gottes Wort handelt. Das kann einhergehen mit einer bleiernen Müdigkeit, die uns auf einmal überfällt. Wir werden regelrecht abgeschaltet. Das sind Anfechtungen, gegen die wir uns wehren müssen!

Erweckung geschieht nicht im Kopf, sondern im Herzen, denn im Herzen sind wir die, die wir sind und im Kopf die, die wir uns nur einbilden, zu sein. Die Aufgabe, uns von der Einbildung zur Wirklichkeit zu führen, das ist eines der Ziele des Heiligen Geiste, des Trösters und Beistandes, der in unser Herz einzieht und nicht wieder weggeht. Der uns von der Lüge in alle Wahrheit führt. Tag und Nacht arbeitet er an unserer Wahrnehmung und Herzensreinigung, damit wir wieder – wie Maria -, die Worte Gottes, nachdem wir sie gehört haben, in einem redlichen und guten Herzen bewahren und Frucht bringen mit Ausharren (Lk 8,15).

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