Herrlichkeit und Frieden

Und plötzlich war bei dem Engel eine Menge der himmlischen Heerscharen, die Gott lobten und sprachen: Herrlichkeit Gott in der Höhe, und Frieden auf Erden in den Menschen seines Wohlgefallens. (Lukas 2,13-14)

Engel, Engel und noch mehr Engel. Ganze Heerscharen davon tauchen auf und loben Gott. Sie erklären in einem Satz – und daran merkt man, dass es göttlich ist – wie die Sache mit dem Retter und der „großen Freude“ läuft.

Teil 1: Herrlichkeit Gott in der Höhe. Damit haben wir kein Problem. Klar, Gott da oben, der ist herrlich und wir hier unten nicht.

Teil 2: Frieden auf Erden. Ja, das wäre schön, hat aber in letzten 2000 Jahren Christentum zu keinem Zeitpunkt nirgendwo hingehauen und selbst unsere Gemeinde ist voller unausgesprochener Konflikte und Spannungen.

Teil 3: In den Menschen seines Wohlgefallens. Nun, ob du und ich zu dieser Kategorie gehören, das bezweifeln wir. Denn den himmlischen Frieden, den Schalom, erleben wir eher selten. Denn was an uns sollte Gott  gefallen?

Bei diesem unerfreulichen Befund ist die Frage: Können wir den Satz auch anders übersetzen? Was, wenn sowohl die Herrlichkeit als auch der Frieden sich auf Gott beziehen und nun – durch den Retter – in uns einziehen?

Da wir wissen, dass Jesus als das Lamm Gottes die Sünden der ganzen Welt auf sich genommen hat und den Weg frei gemacht hat, dass der Geist auf „alles Fleisch“ ausgegossen wird (APG 2,17), sind Menschen wohl „gefällig“, auch dann, wenn sie sich nicht entsprechend benehmen, einfach, weil sie Menschen sind. Gott hat sie geschaffen in seinem Bild und als sein Gegenüber und hat sie gesegnet. Das alles hat sich nicht geändert. Geht es nach Gott, hat er allen Menschen den Weg geebnet, wieder in diese Position zu kommen. Die Position der Sohnschaft. Das ist doch sehr erfreulich!

Durch Christus treten wir ein in die Herrlichkeit Gottes, die er uns von Anfang an gegeben hat und so, herrlich gemacht, leben wir einen Frieden aus, der überirdisch, übermenschlich und überdämonisch ist.

Jesus sagt im „Hohepriesterlichen Gebet“ in Johannes 17,22-23:

Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, die habe ich ihnen gegeben, dass sie eins seien (das ist Frieden), wie wir eins sind – ich in ihnen und du in mir – dass sie in eins vollendet seien, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast.

Zuerst: Wenn wir Herrlichkeit haben, dann hört jegliche Konkurrenz und jeglicher Neid, jegliches Vergleichen mit dem Nächsten auf, denn wir sind reich und satt und wunderbar. Göttlich.

Und weiter: In diesem reichen, satten, wunderbaren, göttlichen „Ineinander sein“ liegt der Frieden, denn wenn wir eins sind, dann haben wir keinen Konflikt und kämpfen nicht gegeneinander, sondern miteinander. Gemeinsam dienen wir mit Herrlichkeit. Dieser Dienst wird genaue beschrieben in 2. Korinther 3,4-11. Er wird dort der „Dienst des Neuen Bundes“ genannt, „nicht des Buchstabens, sondern des Geistes“.

Und an diesem herrlichen Frieden, den wir in Christus leben, erkennt die Welt Gott, denn sie sieht alles an uns: Herrlichkeit, Frieden (Einheit) und LIEBE in Aktion.

1 comment for “Herrlichkeit und Frieden

  1. Andreas Mikula
    9. Oktober 2019 at 12:21

    Und eines Tages wird auch das jüdische Volk, welches heute ihren Versöhnungstag Jom Kippur feiert, ihren Messias, Jeshua HaMaschiach, erkennen, und diesen Schalom, den wir in Christus leben und erleben in Herrlichkeit, Frieden und Liebe finden.
    Andreas Mikula

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