Das Zeichen des Messias

Denn euch ist heute ein Retter geboren, der ist Christus, Herr, in Davids Stadt. Und dies sei euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt in einer Krippe liegend. (Lukas 2,11-12)

DAS ist also das Zeichen für die Geburt des Retters, des Christus Gottes, des Herrn?! Krippe und Windeln? Wenn wir diese Worte nicht kennen würden, was hätten wir erwartet, was für ein Zeichen uns der Engel mitsamt himmlischen Heerscharen ankündigt? Wenn wir unsere Gemeindeleitung gefragt hätten, die Priester im Tempel, die Schriftgelehrten, WAS hätten die uns gesagt, woran wir den Messias erkennen? Hätten wir ihnen naiv berichtet, dass uns gesagt wurde, es wären Windeln, Krippe und Stall… wer hätte uns geglaubt?

Warum auch sollte Gott es ausgerechnet so machen? Warum nicht seinen zuständigen Hohenpriestern mitteilen, dem theologisch geschulten Chor – im Tempel, wie es sich gehört?

Diese Hirten, also das wären doch die letzten, denen Engel erscheinen und denen die wichtigste Botschaft Gottes anvertraut wird. Was soll das alles?

Viele Botschaften Gottes gehen an seinem Volk vorbei, weil sie den „falschen“ Leuten mitgeteilt werden. Viele große Ereignisse werden von der Gemeinde nicht bemerkt, weil es nicht in ihrem gewohnten Rahmen stattfindet, etwa im Gemeindesaal und Gottesdienst, sondern vielleicht draußen in einem Stall.

Die Kirchengeschichte hat eine Menge Belege dafür, dass die großen Erweckungen, die es in aller Welt gegeben hat, immer wieder in Scheunen und Ställen geboren wurden, wo Menschen verzweifelt um ein Eingreifen Gottes beteten – bis es kam. Viele der großen Namen dieser Erweckungen waren weder Theologen noch Priester, sondern „einfache Leute“. Auf sie fiel der Heilige Geist mit Sturm und Feuer, ganz wie an Pfingsten, und geistliche Bewegungen kamen ins Rollen, die ganze Länder veränderten.

An dieser Stelle müssen wir wirklich aufpassen! Denn Gott hat sich nicht verändert Wir könnten, ganz wie die Synagoge und der Tempel, von dem, was Gott tut, einfach nichts bemerken und ganz daran vorbeigehen, weil es nicht in unsere Vorstellung von Gott passt. Unsere Vorstellung von Gott kann also zum größten Hindernis werden, den echten Gott zu bemerken! Er lässt das heilige Kind, den Messias in einem profanen Stall geboren werden. Für viele religiöse Leute ein undenkbares Sakrileg. So verändern sie im Nachhinein die ganz Geschichte und machen daraus das, was wir heute „Weihnachten“ nennen. Die Hirten auf dem Feld werden zu perfekten „Gutmenschen“, die Magier aus dem Osten zu „drei heiligen Königen“, der Stall zu einem Heiligtum mit Tieren, die auch noch einen Heiligenschein verpasst kriegen, denn einfach nur Tiere konnten das ja wohl nicht gewesen sein…

Die religiöse Domestizierung und Verklärung kennt keine Grenzen. Nichts darf sein wie es ist. Auch du und ich, wir dürfen es nicht, sondern müssen religiös domestiziert und erzogen werden, bis wir des Heiligenscheins würdig sind und Petrus uns in den Himmel lässt. Genau.

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