Der etwas andere Gottesdienst

Rettung von unseren Feinden und von der Hand aller, die uns hassen…

dass wir, gerettet aus der Hand unserer Feinde, ohne Furcht ihm dienen sollen in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor ihm alle unsere Tage. (Lukas 1,71 + 74-75)

Zacharias prophezeit. Er redet in der Kraft des Heiligen Geistes das Kommende, genau wie Jesus später in Joh 16,13 eine der Wirkungen des Heiligen Geistes beschreibt. Was weissagt er?

Er sagt zum einen, dass wir von allen unseren Feinden gerettet werden. Natürlich sah Zacharias diese Rettung zunächst nur für Israel, denn Israel war und ist umgeben von Nationen, Religionen und Ideologien, die es hassen. Woher dieser Hass sich nährt, ist die Frage, er ist uralt und meiner Meinung nach dämonisch motiviert durch und durch. Israel ist erwähl, das will ja niemand akzeptieren, das ist doch eigen, rassistisch und elitär! Israel bringt den Messias hervor? Ja dann will die Welt ihn nicht haben! Und jeder stellt seinen eigenen Messias auf…

Wir wissen heute, dass die Rettung über Israel hinausgeht und auch die Heiden einschließt, denn die Sünde der ganzen Welt hat sich das Lamm Gottes aufladen lassen, um daran zu sterben. Womit wir zur zweiten Hälfte der prophetischen Aussagen von Zacharias kommen. Wir werden nämlich von dem einen gerettet und befreit, um nun zu etwas anderem gelangen zu können: Gott „in Heiligkeit und Gerechtigkeit zu dienen vor ihm…“ Das sind zwei kleine Worte, die man leicht übersehen kann, die aber doch zeigen, in welcher Position wir stehen, wenn wir gerettet werden.

Gott wurde auch schon zuvor gedient und wird immer noch gedient – aber nicht „vor ihm“.

Es gibt da eine (Schein)Heiligkeit und (eigene) Gerechtigkeit, die eben nicht „vor ihm“ stehen, sondern vor anderen Mächten und Gewalten, sowie deren Ideologien und Hierarchien. Die ganze Welt ist voller Religion und deren Rechtsvorstellungen, die vor Gott weder stehen noch bestehen. Und eben sie sind eine unendliche Quelle von Hass, Neid, Konkurrenz und Feindschaft. Eben sie werden von den Dämonen aufgebläht zu mächtigen Imperien und Machtansprüchen, die ohne mit der Wimper zu zucken über Leichen gehen. Sie stehen nicht vor Gott und spiegeln damit auch nicht seine Heiligkeit und seine Gerechtigkeit wieder, sondern eine irdische, menschliche und dämonische.

Sind wir in solcher dunklen „Heiligkeit und Gerechtigkeit“ gefangen, wie Religion sie ausbrütet, brauchen wir immer noch Befreiung und Rettung. Das Gott uns aus der Macht der Religion rettet, das mag uns ganz irrsinnig vorkommen, hat Gott unserer Meinung nach doch die Religionen geschaffen oder begründet. Dem ist jedoch nicht so. Er hat uns seinen Sohn geschickt. Das ist ganz was anderes. Wer die Evangelien nüchtern und unbefangen liest und dann immer noch meint, Jesus sei religiös oder habe eine Religion gegründet, dem ist nicht zu helfen.

Nach dem Ende der Religion mit aller ihrer eigenen Heiligkeit und Selbstgerechtigkeit, wenn wir denn endlich vor Gott stehen – gemeinsam mit Jesus – dann erfahren wir, wie ein Gottesdienst aussieht „ohne Furcht in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor ihm und das alle unsere Tage. Das ist ja geradezu das Gegenteil von Religion, denn Religion arbeitet doch immer mit Furcht vor Strafe. Das ist ja, was ihr Macht verleiht über die Seelen der Menschen. Menschen ohne Furcht sind weder zu kontrollieren noch einzuschüchtern noch fremdzubestimmen. Furcht spielt eine absolute Schlüsselrolle in Bezug auf Freiheit oder Knechtschaft.

Dass wir Gott dienen, indem wir vor ihm stehen – ohne Furcht und alle unsere Tage – nicht nur Sonntags – das zeigt, wie anders ein solcher Gottesdienst ist, als was wir veranstalten. Er ist immer und er ist vor ihm und er ist so heilig und gerecht, weil er Gott spiegelt, der Liebe ist, dass für Furcht kein Raum mehr bleibt. Denn die Liebe treibt die Furcht aus. Halleluja! Damit sind die Dämonen, die Welt und alle menschlichen Macht-Institutionen draußen – in der Furcht und der von ihr erzeugten Knechtschaft. Ohne uns!

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