Der Hass der Welt

Und ihr werdet von allen gehasst werden um meines Namens willen. Aber nicht ein Haar von eurem Haupt wird verloren gehen. Gewinnt eure Seelen durch ausharren. (Lukas 21,17-18)

Die Endzeitrede Jesu offenbart weitere Hässlichkeiten, z.B. diesen „Hass“ von allen. Was hat es damit auf sich? Bis heute ist das Christentum Jahr für Jahr die am meisten verfolgte Religion. Da die Christen friedfertig sind und nach moralischer Integrität streben, ist das ein seltsames Phänomen.

Für mich liegt die Erklärung vor allem darin, dass die Christen einem anderen Herrn dienen. Sie unterordnen sich zwar der staatlichen Gewalt, aber folgen diesem Jesus, dessen Reich nicht von dieser Welt ist und die Welt sowohl übersteigt als auch überwindet. Sie erkennen den wahren „Besitzer des Weinberges“ an und wissen um die Anmaßung der Pächter, ihn widerrechtlich für sich zu beanspruchen und auszubeuten. Das wollen die nicht dulden.

Ein anderes Phänomen ist, dass Menschen in unserer Gegenwart nervös werden. Das Licht Christi in uns irritiert die Finsternis in ihnen. Unsere Reinheit ihre Unreinheit. Im letzten Tagesgedanken sprach ich das schwer zu fassende, an Raserei grenzende Verhalten des „Hohen Rates“ gegenüber Stephanus an. Das waren doch kultivierte Leute, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Würdenträger, usw. Aber sie „knirschten mit den Zähnen(!) gegen Stephanus, schrien mit lauter Stimme, hielten sich die Ohren zu und stürzten einmütig auf ihn los“ (APG 7,54-57). Das ist doch nicht normal! Schon gar nicht für eine Gerichtsverhandlung. Das ist gar nicht mehr menschlich, sondern trägt für mich dämonische Züge.

Nun, Stephanus war ja auch voll Heiligem Geist, wie wir lesen und sein Angesicht sah aus wie das eines Engels. Na das konnten die bösen Geister in der „Synagoge der Libertiner und Kyrenäer und Alexandriner und derer von Cilicien und Asien“ (APG 6,9) nicht aushalten! Es war bei diesen vielen Synagogen offenbar ein großer Prozess, ein „Synedrium“ mit richterlichen Befugnissen. Showtime. Und diese Ehrenleute benehmen sich wie die Furien! Was geht da vor sich?

Alle, die Jesus in ihr Herz eingeladen haben, machen diese Erfahrung. Zuerst treibt er die Dunkelheit und Unreinheit aus diesem ihrem eigenen Herzen aus. Dann strahlt sein Licht auf die Umgebung aus, die ganz unterschiedlich darauf reagiert. Aber da „die Menschen die Finsternis mehr lieben als das Licht“ (Joh 3,19), fühlen sich manche Leute angegriffen und bedroht, auch wenn sie auf der menschlichen Ebene von einem Christen normalerweise ganz und gar nicht angegriffen und bedroht werden, sondern umgekehrt. In den Evangelien lesen wir wiederholt, dass die Dämonen aufschrien, wenn Jesus nur auftauchte.

Solche Erfahrungen zu machen, ist schwer. Wir werden scheinbar ohne vernünftige Begründung abgelehnt und diffamiert, geschnitten und gemieden, gemobbt und verdächtigt, es braucht wirklich eine Menge Geduld, um das durchzustehen und sowohl die eigene Seele, als auch noch einige mehr mit Ausharren zu gewinnen.

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