Was willst du Jesus fragen?

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Es kamen aber auch einige der Sadduzäer herzu, die einwenden, es gebe keine Auferstehung und fragten ihn… (Lukas 20,27)

Immer noch wird Jesus von allerlei „Auflauerern“ befragt, um in seinen Antworten etwas gegen ihn zu finden. Jetzt waren die Sadduzäer, „eine jüdische Partei der Reichen unter dem führenden Einfluss der Hohenpriester, römerfreundlich“ (Anm. in der ELB), an der Reihe. Sie konstruierten eine irreale Situation und stellten komplizierte Fragen dazu, aber Jesus antwortete wie immer aus einer anderen Sichtweise der Wirklichkeit heraus. Auch die Sadduzäer waren über seine Worte erstaunt und „wagten nicht mehr, ihn über irgendetwas zu befragen“ (20,40). Leider fragten auch sie NICHT um der Wahrheit willen oder weil sie es persönlich interessierte, sondern eben, um Jesus zu fangen. Sie waren „reich und römerfreundlich“ und das reichte, um Jesus zum „Feind“ zu machen. Nicht dass es etwas Persönliches war, nein, es war einfach nur Politik…

Aber Jesus sprach gar nicht gegen jemanden, außer dass er vor den Schriftgelehrten warnte. Und er sprach nicht für jemanden, außer für Gott. Er machte keine irdische, sondern himmlische Politik und suchte nicht, „Stimmen“ zu gewinnen, sondern Herzen. Er gründete keine Partei, keine Religion, keine Organisation und keinen Verein. Das alles gibt es im Himmel ja gar nicht.

Was gibt es denn da eigentlich? Nun, im Himmel gibt es vieles NICHT, was es auf Erden gibt: keine Tränen und keinen Tod, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz (Offb 21,4). Und es scheint dort auch kein Geld zu geben, entsprechend keine Schulden, auch keine Furcht, keine Sorgen, keinen Stress… Würden wir all diese Posten – und es gibt noch viele mehr – einmal aus unserem irdischen Alltag herausrechnen, was bliebe übrig? Wie lebt man, wenn das alles NICHT da ist?

Nun, Jesus weiß das ganz genau und wir wissen es ganz genau NICHT. Wir könnten ihn danach fragen und er würde es uns sagen, oh welche ungeheure Chance!, aber nein, die Schriftgelehrten, Hohenpriester, Sadduzäer und Pharisäer, all diese Ersten, Reichen, Oberen und Verwalter der Menschheit stellen solche Fragen NICHT, sondern verschwenden ihre und des Messias Zeit mit irrwitzigen Fallen-Fragen, die keinem normalen Menschen je in den Sinn kämen. Schade eigentlich!

Sie hätten ihn fragen können, wie Frieden geht, oder wie Liebe und Hoffnung regieren würden, wenn man sie nur ließe, aber das interessierte sie nicht. Sie hätten ihn fragen können über die Geheimnisse des Lebens und der Heilung, die Entstehung der Welt, über die Zukunft und Gottes Herrlichkeit, einfach alles, was zählt, aber nein, sie fragen, „ob man dem Kaiser Steuern zahlen darf“ (20,22) und „welcher Bruder im Himmel die Frau kriegt“ (20,28-33). Es ist zum Weinen, ja geradezu zum Schreien, welche Dummheit sich hier als klug gebärdet, welche Nichtigkeiten als Wichtigkeiten gehandelt und welche Nebensächlichkeiten zu Hauptsachen erklärt werden.

Der Messias ist in ihrer Mitte – derjenige, der ihnen die Wahrheit über die Wahrheit hätte sagen können – sie merken es nicht, verstehen es nicht, wollen es nicht und vertun die ultimative Möglichkeit ihres Lebens.

Und wir? Welche Fragen haben wir an den Messias?

Jesus gibt Antworten, die den Schriftgelehrten Respekt abverlangen (20,39), sie erkennen durchaus, dass der weiß, wovon er redet. Dennoch weichen sie NICHT von ihrer Torheit ab. Jesus gehört eben NICHT zu ihnen und sie haben ihn NICHT genehmigt, er ist ein Fremdkörper und eine Gefahr fürs System. Sollte er wirklich der Messias sein, dann erst recht! Er hat das Tempelgeschäft ruiniert und will die Leute tatsächlich aufrichten statt abrichten. Das geht ja gar nicht. Er ist fraglos ein Terrorist! Sie sondieren ihn also – die Blinden checken den Sehenden – und stellen sinnlose Fragen. Sollten sie nichts gegen ihn finden, dann erfinden sie eben was… aua!

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