Selbsttäuschung

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Aber Jesus nahm ihre Arglist wahr und sprach zu ihnen: Was versucht ihr mich? (Lukas 20,23)

Diese Worte sprach Jesus zu jenen „Beobachtern und Auflauerern, die sich fromm stellten, um Jesus in der Rede zu fangen, um ihn der Obrigkeit ausliefern zu können.“ (20,20) Ein schwieriges Publikum also, das Jesus vor sich hatte!

Aber da Jesus sich nicht auf ihrer Ebene von Arglist und Manipulation, politischer Machtspiele und strategischer Wortgefechte bewegte, kamen sie mit ihm nicht klar und „verwunderten sich über seine Antworten“, wie es Vers 26 sagt. Na immerhin waren sie noch dazu in der Lage, zu erstaunen! Das ist der erste Schritt zur Erweckung: eine Irritation der Geschäfte und Routinen, in denen Menschen gar nicht mehr merken, wie arglistig sie eigentlich sind, weil es für sie und ihre Welt so normal ist.

Es ist ein Teil der Erweckung und der Bekehrung, wir können sagen, der Erleuchtung, dass wir merken, wie schlau und berechnend, wie falsch und durchtrieben wir eigentlich (geworden) sind; wie hart und routiniert, wie verlogen und verbogen – bei voller Überzeugung, wir wären „gute Menschen“.

Schaut Jesus uns an, der die Wahrheit in Person ist, dann beginnt sich uns dieses alles zu zeigen, wir fangen an, es zu bemerken und dann verwundern wir uns nicht nur über das Licht Jesu, sondern auch über unsere eigene Dunkelheit, die wir für Licht hielten.

Diese Selbsterkenntnis ist nicht leicht zu ertragen und unser Ego macht uns die Wahrwerdung und Lichtwerdung nicht eben einfach. Es hält an jeder Schicht von Verkehrtheit eisern fest, denn das sind seine Verteidigungslinien und es flieht vor dem Licht – ganz ähnlich wie die Dämonen.

Auch diese Erkenntnis, wie ähnlich wir dem Teufel (geworden) sind, kann uns wie ein Hammer treffen und wir kollabieren unter der Wucht solcher Erkenntnisse.

Der Geist hält uns den Spiegel vor und auf einmal kommt uns die Idee, Jesus zu fragen: „Wo bin auch ich dir gegenüber arglistig und verstelle mich fromm und versuche dich?“

Petrus musste diese Lektion lernen, als er Jesus bei seinem Leben schwor, ihn niemals zu verraten, nur um ihn kurz darauf in heftigster Art und Weise, inklusive Selbstverwünschung(!), zu verleugnen, bis der Hahn krähte und er weinend vor Verzweiflung über sich selbst davonlief. Später würde der auferstandene Jesus ihn indes nicht fragen, was er zu seiner Verteidigung zu sagen hat, sondern ihm nur diese eine Frage stellen: Hast du mich lieb?

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