Gute Prophetien – schlechte Prophetien

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Er nahm die Zwölf zu sich und sprach: Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was durch die Propheten auf den Sohn des Menschen hin geschrieben ist… (Lukas 18,31)

Ah! Wie wunderbar! Die Jünger sind bestimmt begeistert. Die Zeit der Erfüllung ist angebrochen! All die vielen und großartigen Prophetien werden sich nun erfüllen, die goldenen Zeiten brechen an. Halleluja! Der große Durchbruch, er ist gekommen, der Messias wird offenbar werden in seiner Herrlichkeit und Gott-Königs-Herrschaft, Tausende sich bekehren, unsere Gemeinden sich füllen…

Wer weiß, was den Jüngern bei diesen Worten alles durch die Köpfe schoss, welche Prophetien sie in Jesaja und Jeremia angestrichen haben. Doch dann kommt der nasse Waschlappen ins Gesicht, denn Jesu spricht ausschließlich über die Prophetien, die sie nicht angestrichen haben, die sie beflissentlich überlesen haben, die ihnen nicht gefallen:

…denn er wird den Nationen überliefert werden und wird verspottet und geschmäht und angespien werden; und wenn sie ihn gegeißelt haben, werden sie ihn töten… (18,32)

Bum! Ach du heilige Sch…

Wir wissen von der Parallelstelle in Matthäus 16,22, wo Petrus Jesus beiseite nimmt und ihn “tadelt”, er solle bitte nicht „so negativ zu reden“. Er lehnte diese Prophetien schlichtweg ab – und als es soweit war, verleugnete er Jesus in der aller krassesten Weise, schlimmer als irgendein Mensch auf Erden, schlimmer noch als Judas. Und er war ein Jünger… einer der Zwölf… aua!

Auch wir können sehr selektiv „anstreichen“ und uns ein „Wohlfühl-Evangelium“ zurechtbiegen, das nur die eine Seite der Medaille „glaubt und bekennt“ und nur dem Sieger-Jesus folgt.

Wenn dann der Spott kommt, die Schmähung und Geißelung, fallen diese Leute von ihrem Glauben ab. Wie die Jünger damals „verstehen sie gar nichts mehr“ (18,34) und wie Petrus sagen sie: „Nur das nicht!“

Der Geist selbst zeugt mit unsrem Geist, dass wir Kinder Gottes sind, Wenn aber Kinder, so auch Erben, erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir wirklich mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden. (Römer 8,16-17)

Paulus bezeichnet sich in 1. Petrus 5,1 als „Zeugen der Leiden des Christus und Teilhaber der Herrlichkeit“. Beides geht Hand in Hand. Wenn wir nur den einen Teil von Jesus haben wollen und nicht den ganzen Jesus, nur die einen Prophetien und nicht die anderen, können wir gar keinen Jesus haben und entsprechend auch nicht seiner Herrlichkeit teilhaftig sein. Wir erleben dann: Prophetien kommen, Prophetien gehen – nichts erfüllt sich. Vielleicht erleben wir in der einen und anderen Versammlung und bei dem einen oder anderen Sprecher mal eine Salbung von Herrlichkeit, aber auf uns ruht sie nicht und wir wandeln nicht in ihr.

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