Von Kunden und Kindern

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Der Pharisäer stand und betete: „Ich faste zweimal die Woche, ich verzehnte alles, was ich erwerbe!“

Der Zöllner stand von fern und wollt sogar die Augen nicht zum Himmel aufheben, sondern schlug an seine Brust und sprach: O Gott, sei mir Sünder gnädig!“

Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt nach Hause im Gegensatz zu jenem. (Lukas 18,11-14)

Der Pharisäer rechtfertigte sich selbst, darum brauchte er nicht die Rechtfertigung durch Gott, also GNADE. Der Zöllner wusste, dass er nichts vorzuweisen hatte und rief nach der GNADE. Sie wurde ihm gewährt!

Religion bringt uns allerlei Benehmen und Verhalten bei, „wie wir Gott gefallen“ sollen. Und ja, auch Fasten und den Zehnten geben, gehören immer noch zu den herausragenden Kennzeichen der besonders Frommen. Die etwas weniger Frommen fallen da schon durch und können nur mit „Stiller Zeit“ und Gottesdienstbesuch aufwarten. Wer das nicht vorweisen kann, gilt als „abgefallen“ und kann sich der vollen Verachtung Erbarmung sicher sein.

Uns muss klar werden, dass wir Stille Zeit, Godi, Fasten und Zehntengeben für uns machen und nicht für Gott. Dem gefallen wir mit und ohne all das, wenn wir nach seiner GNADE fragen. Alles im Reich Gottes steht unter der GNADE. Sie ist das Kennzeichen der Neuen Schöpfung. Da wird nichts geleistet und verdient, um Gott zu „kaufen“, sondern da wird die Gnade in Anspruch genommen, die uns alles schenkt in der Art von Kindern.

Kinder machen keine Geschäfte mit dem Himmel, die sehen sich auch nicht als „Kunden“. Sie gehören zur Familie und deswegen können sie alles haben – nach Art der Kinder.

„So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, KINDER Gottes zu werden“ (Johannes 1,12).

Sobald wir den Kinderstatus verlassen und wieder religiöse Dienstleister und Kunden werden, geht es nicht mehr nach Gnade, sondern nach Verdienst. Dann haben wir nichts mehr zu lachen. Die Kinder aber lachen. Sie kriegen alles umsonst!

Was die Kinder kennzeichnet, ist die Demut. Aber eben nicht in der religiösen Variante, sondern nach Art der Kinder. Sie verstehen sich als abhängig von den Eltern – und genießen es. In der Art der Händler und Kunden haben sie nichts, in der Art der Kinder alles. Sie haben ja Zugang zu den Gütern des Elternhauses. Sie können darüber nicht verfügen wie Händler über ihre Waren verfügen, und doch haben sie Anteil an allen Gütern des Hauses. Dies ist die Eigenart des Reichtums der Kinder Gottes. Sie liegt in der Beziehung zu Gott, der sie nach Art der Kinder an allem beteiligt, was er hat und was er tut. Und unser VaterGott verfügt über unendliche Güter und Macht! Es ist nicht möglich, sein Kind und gleichzeitig arm und ohnmächtig zu sein.

Dieses nichts und alles haben ist eine selige Erfahrung. Denn für die Kinder wird gesorgt, die anderen müssen selbst für sich sorgen. Die Kinder sind darum unbekümmert und gehen spielen, während die anderen voller Sorgen sind und arbeiten gehen, um sauer Geld zu verdienen.

1 comment for “Von Kunden und Kindern

  1. eine Zöllnerin
    7. März 2019 at 13:14

    Eine tolle Ermutigung/Erinnerung zur rechten Zeit. Ich wollte die Fastenzeit „durchhalten“. Habe ich noch nie ansatzweise geschafft. Ich werde immer krank. Dieses Jahr schon zu Beginn. Dieser Beitrag macht mir einmal mehr klar, dass Gott mein Fasten vielleicht gar nicht will. Jedenfalls mache ich mir – zumindest heute – keine Vorwürfe, dass ich wieder mal nichts auf die Reihe kriege.

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