JA und NEIN

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„Die Verteidigungsstrategie der Kindheit, „nett“ oder „unsichtbar“ zu sein, hat dir vielleicht erlaubt, zu überleben, aber du bist kein Kind mehr, und bloßes Überleben würdigt keinesfalls das wunderbare Geschenk, ein menschliches Leben zu haben. Als Erwachsener so zu tun als seiest du unsichtbar hat schwerwiegende Folgen. Wenn du dich selbst als „harmlos” darstellst, dann ist es auch sehr unwahrscheinlich, dass du in der Lage bist, klare Entscheidungen zu treffen, wie eine Führungsperson zu agieren, noch nie dagewesene Gelegenheiten zu erschaffen oder aufrichtig über deine Gefühle zu sprechen und zu sagen, was du willst oder nicht willst. „Nett“ zu sein bringt dich in die Rolle eines ständigen Opfers. Es stimmt schon, dass die westliche Kultur jede Menge kraftlose „nette“ Opfer braucht, die ihre gut strukturierten Rollen einnehmen, ihr Leben auf vorhersagbare Weise leben und alles konsumieren, was sie konsumieren sollen. Aber du, du musst keines dieser Opfer sein. Du könntest eine andere Wahl treffen.

Du könntest die Wahl treffen, die volle Autorität für dein eigenes Leben zu übernehmen. Aus dieser Autorität heraus gibt es keine Ausreden mehr für irgendetwas. Umstände halten dich nicht mehr davon ab, aus unendlichen Möglichkeiten auszuwählen. Jede Option steht zur Verfügung und jede Wahl liegt bei dir. Die Auswahl ist leicht: Ja oder Nein. „Ja? Oder Nein?”

(Quelle: Spark 86, World Copyleft 2016 von Clinton Callahan. CC BY+SA International 4.0 License. http://sparks.nextculture.org/res/sparks/Spark-086-de.pdf)

Klare Worte! Die uns natürlich an die Worte Jesu erinnern: „Dein Ja sei ein Ja und dein Nein ein Nein!“

Die Versuchung, unklar zu bleiben, „unsichtbar“ und „nett“, ist groß. Wir wollen nichts Falsches sagen, niemanden verprellen, Anerkennung kriegen und uns den allgemeinen Trends unserer Szene anpassen, um zu gefallen. Ein klares „Ja und Nein“ hebt uns aus der indifferenten Masse hervor, macht uns eben sichtbar und je nachdem unbequem.

Tatsächlich wollen m. E. viele Christen genauso unauffällig und angepasst mit dem Strom schwimmen, aber dennoch Vollmacht, Salbung und Autorität haben. Aber wofür? Zuerst müssen wir alle Macht, die wir vom Himmel empfangen können, auf uns selbst anwenden, um unsere Unklarheit, Furcht und Unentschlossenheit hinter dem Verstecken und Nettsein zu überwinden und erwachsender zu werden. Menschen von Charakter. Warum sollte der Himmel auf charakterschwache und unreife Menschen Kraft und Herrlichkeit ausgießen? Sie werden die Gaben missbrauchen, um ihre Minderwertigkeit zu überspielen und anderen was vorzumachen. Das macht keinen Sinn.

Meine Beobachtung sowohl bei einzelnen Individuen als auch ganzen Gemeinden ist die, dass dann, wenn sie beginnen um Gaben, Vollmacht und Feuer zu beten, ein umfassender Reinigungs-, Wahrwerdungs- und Seelsorgeprozess losgeht, den sie i. d. R. gar nicht in Zusammenhang mit ihrem Gebet bringen. Aber ohne innere Heilung, ohne Integrität und Wahrhaftigkeit werden die Salbung und das Feuer des Geistes uns verführen und verbrennen und wir werden anderen eine Qualität von Christsein vorspiegeln, dass unserer Wirklichkeit nicht entspricht. Das nennt man dann Heuchelei und Trug.

Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein! Was aber darüber hinausgeht, ist vom Bösen. (Matthäus 5,37)

1 comment for “JA und NEIN

  1. Stefan
    18. März 2019 at 9:09

    Du sprichst mir aus Seele. Nett, leise,unauffällig bin ich mein Leben lang gewesen. Ich merke, wie schwer es mir fällt Entscheidungen zu treffen, die andere vielleicht nicht mögen. Und, wie schwer es doch ist, auf einmal ein klares „Ja“ oder „Nein“ zu sagen. Ich falle immer wieder in meine alte (auch bequeme) Rolle zurück. Ich danke für die klaren Worte.

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