Franks Kolumne des Glück, Teil 11: Die Pflicht zum Glück

clip_image002Wikipedia hält fest, dass das Streben nach Glück als originäres individuelles Freiheitsrecht Eingang in die Unabhängigkeitserklärung der USA gefunden hat. „Die größtenteils von Thomas Jefferson verfasste und vom Zweiten Kontinentalkongress verabschiedete Unabhängigkeitserklärung (1776) stellt die Gründungsurkunde der USA dar und ist eines der wirkungsmächtigsten Dokumente der demokratischen Staatsphilosophie.“

Dort heißt es in der Präambel: „Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen worden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freiheit und das Bestreben nach Glückseligkeit.“

Aha, das Bestreben nach Glückseligkeit ist also „unveräußerliches Menschenrecht“! Jedenfalls in Amerika Smile. Aber wenn es ein Recht ist, stehen wir dann nicht in der Pflicht?

Wikipedia erklärt uns noch Folgendes: „Glück darf nicht mit Glückseligkeit verwechselt werden, die meist in Zusammenhang mit einem Zustand der (religiösen) Erlösung erklärt und verstanden wird.“

Heißt das, die Erlösten sind glücklich bzw. glückselig? Man kann wohl sagen, dass sie aufgrund der ungeheuren Ausmaße und Aspekte der von Jesus vollbrachten Erlösung, wie sie uns das Neue Testament entfaltet, einfach nur als glücklich zu preisen sind. Aber doch scheinen gerade diejenigen, die behaupten, die Erlösung für sich in Anspruch genommen zu haben, nicht glücklich zu sein.

Meine Beobachtung in Jahrzehnten des geistlichen Dienstes ist die, dass die Erlösung vielen Erlösten weder klar noch bewusst ist. Vielleicht sind sie so sehr an die Predigt darüber gewöhnt, dass es sie nicht erreicht und nicht bewegt? Es weckt sie nicht auf aus dem religiösen Schlaf, erleuchtet nicht die Augen ihres Herzens und realisiert sich nicht in ihrem Alltag, der in der Folge häufig kaum einen Unterschied zu dem Leben bzw. Glückslevel der Unerlösten aufweist. Was soll das für eine Glückseligkeit sein, die wir „glauben“, aber nicht leben? Zu der wir berechtigt sind, ja, damit vielleicht sogar verpflichtet dazu sind, die wir aber i.d.R. nicht so richtig wahrnehmen, geschweige denn ausleben?

Ich erlebe in den Gemeinden diesbezüglich oft eine seltsame Ohnmacht und Hilflosigkeit. So Großes ist uns gegeben, so geringen Ausdruck findet es und so wenig Auswirkung hat es. Warum ist das so? Sind die Anfechtungen, Bedrängnisse und Nöte so übermächtig, dass die Erlösung dagegen verblasst, die Gnade nicht ausreicht und in der Folge Resignation sowie Bitterkeit einkehren? Bei manchen sieht das ganz so aus. Wo liegt der Fehler?

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