Erleuchtetes Verständnis

Und die Bewohner der Erde, deren Namen nicht im Buch des Lebens geschrieben sind von Grundlegung der Welt an, werden sich wundern, wenn sie das Tier sehen, dass es war und nicht ist und da sein wird. Hier ist der Verstand nötig, der Weisheit hat. (Offenbarung 17,8b-9a)

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Hier werden zwei Gruppen von Menschen unterschieden, die ganz unterschiedlich auf das TIER reagieren. Die Namen der einen sind im Buch des Lebens notiert, und sie wundern sich offenbar nicht über das Tier. Die anderen sind nicht im Buch des Lebens zu finden und sie wundern sich. Die einen haben anscheinend „Verstand mit Weisheit“ und die anderen nicht. Vielleicht haben sie nur Verstand?

Diese Unterscheidung wirft für uns die Frage auf, zu welcher Gruppe wir gehören.

Der „normale“ Verstand ist wie ein Computer. Er rechnet und berechnet. Er ist das Licht der Welt derer, die nicht im Buch des Lebens stehen, denn sie wissen gar nicht, was Leben ist, denn mit dem Verstand wird es nicht begriffen. Um zu „wissen“, was Leben ist, muss man es leben. Es entzieht sich der Berechnung und Standardisierung, es ist nicht zu analysieren und zu katalogisieren. Wir können einen Körper auf den Untersuchungstisch legen und bis ins Kleinste auseinandernehmen, das Leben werden wir nicht finden. Wo ist es? Wie kann es einen Organismus beleben?

Es heißt, Gott hauchte dem Menschen das Leben ein. Sein Atem ist sein Geist, der uns lebendig macht. Im Sündenfall wurde dieses Leben Gottes verworfen, um ein eigenes zu führen, aber das ist kein Leben, sondern Sterben. „Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.“ (Röm 6,23)

Mit der Gabe kommt die Aufgabe. Wir sollen leben! Wie das geht, muss Gott selbst und durch seinen Geist offenbaren, denn der Verstand hat diesbezüglich keine Ahnung. In der Schule ist es kein Fach, auf der Uni kein Studiengang. Dass unser kleines Leben Teil eines großen Lebens ist, das Individuelle der Ausdruck des Universalen – so etwas hat uns niemand gezeigt. Aber es ist Seligkeit, das zu erfahren. Wir können aus dem Tod zurück ins Leben kommen – „in Christus Jesus“!

Es braucht eine Erleuchtung, eine Erweiterung des Bewusstseins, eine Erweckung. Die Augen des Herzens werden durch den Heiligen Geist geöffnet, damit wir sehen, was der Verstand für sich alleine nicht erkennen kann. Wir fangen an, die Geheimnisse des Lebens zu entdecken und den Weg des Lebens zu gehen. Tun wir das, findet sich auch unser Name im Buch des Lebens wieder. Tun wir es nicht, ist es reine Spekulation und theoretische Theologie, ob wir da drin stehen oder nicht.

Christen sagen, weil sie sich bekehrt haben, stehen sie „automatisch“ in dem Buch. Jesus danach zu fragen, wo sie dort stehen und was genau über sie aufgezeichnet ist, kommt ihnen nicht in den Sinn. Meiner Erfahrung nach haben viele Christen keine erleuchtete Erkenntnis darüber, was das Leben ist und wie es in ihnen leben und gedeihen und Frucht bringen will. Sie meinen, das „ewige Leben“ bestehe darin, dass sie später einmal in den Himmel kommen. Bis dahin unterscheidet sich ihr „Leben“ nicht besonders von dem der „Sterbenden“. Die „Hure Babylon“ und das „Tier mit den Lästernamen“, auf dem sie reitet, ist ihnen so rätselhaft wie denen, die nur Verstand, aber keine Weisheit haben.

Als geisterfüllte Christen gehen wir einen Weg konstanter Offenbarung durch den Heiligen Geist. Er führt uns in die „ganze Wahrheit“. Nicht nur über Gott, auch über uns selbst, unseren Nächsten, unsere Zeit und Welt spricht der Geist mit uns. Über ALLES. Darum wundern wir uns über vieles nicht, weil wir es schon vom Geist gezeigt bekommen haben oder in seinem Licht schnell durchschauen und richtig beurteilen können.    

Ihr aber habt von Christus den Heiligen Geist [die Salbung] empfangen. Solange dieser Geist in euch bleibt, habt ihr keinen anderen Lehrer nötig. Denn er belehrt euch über alles. Was er sagt, ist wahr und keine Lüge. (1Joh 2,27)

Der Mensch kann mit seinen natürlichen Fähigkeiten nicht erfassen, was Gottes Geist sagt. Für ihn ist das alles Unsinn, denn Gottes Geheimnisse erschließen sich nur durch Gottes Geist. Der von Gottes Geist erfüllte Mensch kann alles beurteilen, er selbst aber ist keinem menschlichen Urteil unterworfen. (1Kor 2,14-15)